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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2016
Klare Kante, neue Hoffnung
Der Katholikentag in Leipzig
Der Inhalt:
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Bremst das Modekarussell!

von Heike Baier vom 09.06.2016
Alle zehn Jahre verdoppelt sich unser Kleiderkonsum. Die sozialen und ökologischen Folgen sind verheerend – und wir haben scheinbar trotzdem nie genug anzuziehen. Muss das so sein? Unter dem Schlagwort »Slow Fashion« soll die Mode nun entschleunigt werden
Die Slow-Fashion-Bewegung tritt dafür ein, Mode zu reparieren oder bei einer Kleidertauschbörse (Foto) weiterzugeben (Foto: pa/Schellnegger)
Die Slow-Fashion-Bewegung tritt dafür ein, Mode zu reparieren oder bei einer Kleidertauschbörse (Foto) weiterzugeben (Foto: pa/Schellnegger)

Es ist mehr als fünf Jahre her, da leitete Friederike von Wedel-Parlow noch nicht den deutschlandweit einzigen Masterstudiengang für nachhaltige Mode. Da stand die Designerin noch mit ihrer eigenen Linie auf der Mode-Messe in Paris, buhlte »mit hunderttausend anderen Labels um die gleichen Einkäufer« und hatte zum wiederholten Male das Gefühl: »Ich hätte eigentlich gut noch ein paar Wochen mehr brauchen können, um die Kollektion auf den Punkt zu bringen.«

Mode wird immer billiger

Keine Zeit mehr für gutes Design und ausgereifte Schnitte: Das beklagen derzeit viele Modemacher, und zwar nicht nur im Billigsektor. Ähnlich argumentierte etwa Raf Simons, als er im vergangenen Herbst überraschend seinen Job als Chef-Designer des Couture-Hauses Dior hinschmiss. Die völlig überdrehte Geschwindigkeit hat alle Ebenen der Mode-Maschinerie erfasst. Angeheizt wird sie von Fast-Fashion-Ketten wie H&M, Zara oder Primark, die in Hypergeschwindigkeit die Ideen der internationalen Laufstege kopieren und ständig neue Ware auf ihre Verkaufsflächen pumpen. Längst beginnt nicht mehr nur zweimal pro Jahr eine neue Saison, sondern den Kunden wird fortwährend nahegelegt, ihr Look sei schon wieder überholt.

Gleichzeitig wird Mode in Zeiten globalisierter Produktion immer billiger. Der Bekleidungsanteil an den Konsumausgaben privater Haushalte hat in den vergangenen Jahren stetig abgenommen und liegt in Deutschland bereits unter fünf Prozent. Ein T-Shirt kostet mit fünf Euro nicht mehr als ein Stück Käse, eine Hose mit acht Euro so viel wie ein Eisbecher. So illustriert es eindrücklich die Ausstellung »Fast Fa

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