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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2016
Klare Kante, neue Hoffnung
Der Katholikentag in Leipzig
Der Inhalt:
Sozialprotokoll

»Mein Dämon«

von Peter Brandhorst vom 10.06.2016
Er leidet an einer Borderline-Erkrankung. Anton H. (52) kämpft gegen die Stimmen in seinem Kopf an. Nicht immer gelingt das

Wie es mir gerade geht? Im Moment scheint mein Dämon anderweitig beschäftigt; ein Jahr habe ich seine Stimme nicht mehr gehört. Aber ich kenne ihn inzwischen zur Genüge: Irgendwann wird er zurückkommen und sich wieder in meinem Kopf breitmachen. Und mir erzählen wollen, dass ich in seinen Augen ein Versager bin und es das Beste wäre, ich würde einfach verschwinden aus dieser Welt.

Eine Borderline-Erkrankung ist nur schwer zu heilen; mit meiner werde ich bis ans Lebensende zu kämpfen haben, sagen die Ärzte. Seit ich denken kann, lebe ich mit heftigen manisch-depressiven Stimmungs- und Gefühlsschwankungen. Heute himmelhoch jauchzend, morgen zutiefst deprimiert. Und in den depressiven Phasen spricht dann der Dämon zu mir.

Als ich vor knapp zwei Jahren nach Kiel zog, weil ich mir dort Arbeit und einen neuen Alltag erhoffte,

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