Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Ausdruck entstammt der Darstellung Ihres Browsers. Artikeltexte bekommen Sie schöner, weil komplett gestaltet, ausgedruckt mit einem Digital-Zugang, der noch weitere Vorteile hat. Infos dazu finden Sie unter https://www.publik-forum.de/premium.

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 

Der Vorstand stellt sich vor

Die Mitglieder des Vorstands der Leserinitiative Publik-Forum e. V. wurden bei der Mitgliederversammlungen am 9. September 2017 gewählt. Sie leiten den Verein und werden dabei von der Assistentin der LIP unterstützt.
< 1/1 >
Agnes Frei: »Publik-Forum ist für mich eine Möglichkeit, mich mit christlichen Themen, Wissen und Informationen auseinander zu setzen und mich zugleich als Christ zugehörig zu fühlen. Dies erlebe ich vor allem bei unseren Lesertreffen in Ravensburg« (Foto: privat)
Agnes Frei: »Publik-Forum ist für mich eine Möglichkeit, mich mit christlichen Themen, Wissen und Informationen auseinander zu setzen und mich zugleich als Christ zugehörig zu fühlen. Dies erlebe ich vor allem bei unseren Lesertreffen in Ravensburg« (Foto: privat)
< 1/1 >

Vorsitzende: Agnes Frei

Auf die Frage, was mir Publik-Forum bedeutet, lässt sich die Antwort in folgende drei Bereiche aufteilen:

Publik-Forum ist für mich eine Möglichkeit, mich mit christlichen Themen, Wissen und Informationen auseinander zu setzen und mich zugleich als Christ zugehörig zu fühlen. Dies erlebe ich vor allem bei unseren Lesertreffen in Ravensburg.

Publik-Forum ist für mich geistige Nahrung. 14-täglich werde ich informiert über Themen, die die Grenzen meiner Tageszeitung sprengen und mich daran erinnern, was bewegt und bewegt sein will. Hilfreich und unverzichtbar war dies für mich besonders als Gemeinderätin.

Publik-Forum ist für mich die Freude an der Machbarkeit. Der Machbarkeit in unserer modernen Medienlandschaft unabhängig, kritisch, christlich zu sein, ohne sich von der »Macht« verführen zu lassen.

Ich, Agnes Frei, geboren 1962, aufgewachsen mit neun Geschwistern im katholisch, konservativen Oberschwaben engagierte mich schon früh beim BDKJ als Jugendleiterin in unserer Kirchengemeinde. Später als Gründerin der Mutter-Kind-Gruppe, Elternbeirätin in Kindergarten und Schule, sowie 10 Jahre als Gemeinderätin.

Beruflich schlug ich treu nach meinen Wurzeln zuerst den Weg der Hauswirtschaft ein, wurde Hauswirtschaftsmeisterin und studierte an der FH Sigmaringen Haushalts- und Ernährungstechnik. Nach meiner Heirat 1987 und der Geburt meiner beiden Töchter 1988 und 1991 begann ich meine Flügel zu gestalten. Es folgten Ausbildungen zur Rhetoriktrainerin bei der Stefanus-Gemeinschaft, Theaterspielleiterin, Coach und psychologischer Beraterin. Seit 1995 arbeite ich selbstständig als Kommunikationstrainerin und Coach im sozialen Bereich.

Publik-Forum lernte ich vor ca. 18 Jahren kennen und schätzen. Nachhaltig und verantwortlich, mehr verbindend als trennend zu agieren, darin sehe ich meine Aufgabe im Vorstand der LIP.

Dr. Magdalene Bußmann

Ich wurde 1946 als zweites von sieben Kindern einer katholischen Bauernfamilie im Münsterland geboren. Ich studierte Theologie, Geschichte und Soziologie zu Hoch-Zeiten der StudentInnenbewegung, und insbesondere die von J. B. Metz artikulierte »Neue Politische Theologie« prägte meinen eher in Zickzacklinien verlaufenen Weg als Theologin.

Ich arbeitete als Kirchengeschichtlerin an verschiedenen Hochschulen, hatte aber zunehmend Probleme, eine kirchliche Lehrerlaubnis zu bekommen bzw. zu behalten. Offensichtlich war ich den Kirchenoberen auf Grund meines Engagements in kirchenreformerischen Gruppen, wie der »Initiative Kirche von unten«, dem Bensberger Kreis und der KirchenVolksBewegung »Wir sind Kirche«, sowie meines Einsatzes für feministische Themen auch in Theologie und Kirche nicht akzeptabel. Ich arbeitete daher in einer Psychiatrie (ohne entsprechende Ausbildung für alle Betroffenen natürlich eine Tortur), in einem Verlag, auf einer ABM-Stelle an der Universität Essen.

Ich bin seit 1996 im Vorstand der Leserinitiative, von 2002 bis 2005 habe ich als Referentin für die LIP gearbeitet. Für mich ist es wichtig, dass Publik-Forum Menschen Perspektiven und Visionen einer menschenfreundlichen Kirche und Theologie, einer gerechten und solidarischen Gesellschaft, einer friedlichen und humanen Welt aufzeigen kann. Die LIP versucht nach Kräften, dieses »Programm« zu unterstützen und zu stärken. Seit 1996 bin ich verheiratet.

Heijo Heidemann

Das Theologiestudium war für mich eine Art Befreiungsakt aus dem Klima unnachgiebiger Sozialkontrolle meiner kleinstädtischen Heimat in der Nähe von Köln. Mein Wunsch, Priester zu werden, ergab sich auf dem Hintergrund meines Engagements als Ministrant und in der KJG (damals noch Jungschar). Mich interessierten Bibel und Beatles gleichermaßen, was für mich bis heute kein Widerspruch ist.

Das Theologiestudium ermöglichte mir eine innere Entwicklung zu eigenständigem Denken und zur Emanzipation vom Konformismus. Aus dem Kinderglauben erwuchs eine überzeugte und aufgeklärte Haltung mündigen Christseins.

In Tübingen, wo ich mein »Freisemester« verbrachte, hatte ich die Chance, die Theologie von Joseph Ratzinger und Hans Küng als komplementär zu erleben. Von dem einen erlernte ich dialektisches Denken, der andere begeisterte durch seine Sprachbegabung und die konkrete Anwendung der Theologie auf das Hier und Jetzt (»Aggiornamento«).

Nach einer bereichernden Zeit als Kaplan in einer Kirchengemeinde im Bergischen Land, mit einer engagierten und inspirierten großen KJG-Pfarrgemeinschaft (450 Mitglieder), wurde ich von der Diözesankonferenz der »Katholischen Jungen Gemeinde im Erzbistum Köln« zu ihrem Geistlichen Leiter gewählt. Diesem Votum folgend, beauftragte Kardinal Höffner mich damals mit der Jugendseelsorge.

Nachdem eine intensive und prägende Zeit von siebeneinhalb Jahren, in denen wir gemeinsam Demokratie in Kirche und Gesellschaft erprobten, zu Ende gegangen war, blieb mir die Frage, ob meine Identifikation mit der Institution der katholischen Kirche und ihrem System von Regeln und Normen ausreichen würde, um den priesterlichen Weg bis zum Lebensende fortzusetzen. – Heute noch bin ich dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit erhielt, an der Uni Kassel den Diplom-Studiengang »Supervision« zu absolvieren. Die Schwerpunkte lagen auf der Sozialwissenschaft und der Psychoanalyse. Meine Diplomarbeit »Biographieverläufe katholischer Priester«, auf der Grundlage narrativer Interviews, ermöglichte mir aus einer anderen Perspektive die Auseinandersetzung mit meinem eigenen Lebensentwurf.

Während des dreijährigen Moratoriums im Studium konnte ich meine Berufs- und Lebensperspektive weiterentwickeln. Ich verzichtete auf die weitere Ausübung meines Priesteramtes und fand eine Anstellung als organisationsinterner Supervisor an der Uniklinik Köln, im Projekt »Palliative Therapie« der Deutschen Krebshilfe. – Ein Jahr später heiratete ich und wurde Vater von zwei Töchtern und einer Stieftochter. Heute sind alle drei erwachsen.

Mit Beendigung des Projektes betätigte ich mich als selbstständiger Supervisor, Coach und Organisationsberater auf dem freien Markt und finde in dieser Tätigkeit viel Freude und innere Erfüllung. Je mehr Jahre vergehen, desto größer ist mein Erstaunen, wie gut sich meine beiden Berufe ergänzen und zu einer sinnstiftenden beruflichen Identität verschmelzen.

Meine Entscheidung, im Vorstand der LIP mitzuarbeiten, ergibt sich aus der Tatsache, dass ich in Publik-Forum das Erbe des theologischen und ekklesiologischen Verständnisses des »Zweiten Vatikanischen Konzils« gut aufgehoben fühle. Die Form des Zusammenschlusses zu einer freien Initiative entspricht meiner Vorstellung von einem demokratischen Engagement in der zeitgemäßen Gestaltung von Kirche und Gesellschaft.

Klaus Metsch

»…engagiert, observiert, limitiert…« so steht es als Titelzeile über dem Kapitel, das mehr als 40 Jahre meines Lebens beschreibt – es befindet sich in einem Sammelband, den Hans Küng dem Wirken der zum Schweigen gebrachten Kirche Osteuropas widmet. Die Titelzeile stammt nicht von mir- aber ich gebe gern zu, dass sie mich wohl ein gut Stück weit charakterisiert.

1942 im Berlin des Zweiten Weltkriegs geboren, wuchs ich in der Trümmer-Nachkriegsstadt auf: Grundschulzeit, frühes kirchliches Engagement als Ministrant bei den Pankower Franziskanern, Pfarrjugendarbeit, Jugendleiter und St.-Georgs-Pfadfinder, handwerkliche Lehre als Polsterer und Dekorateur – und ab 1959 wieder Schule: Diesmal ein kirchliches Gymnasium, das Norbertinum 1959 in Magdeburg (ich wollte Priester werden und das im Orden der Dominikaner) für das Studium aber musste ich 1964 erst einmal das Abitur nachholen. Darauf folgten der Eintritt in den Dominikanerorden in Leipzig und der Beginn des theologischen Studiums in Erfurt – so wie es bei den ersten Gefährten des heiligen Dominikus einst gewesen war: Noviziat, Studium und erste »apostolische« Versuche waren eins!

Daraus entwickelte sich ein wohl schon heute absehbar »lebenslanges« Engagement für die zunächst von den Kommunisten Osteuropas in den Untergrund gedrängte Kirche, die nach der politischen Wende vom Vatikan zum Schweigen gebracht wurde! Ich war zwanzig Jahre als Ordensmann, als geheim geweihter, verheirateter Priester (byzantinischer und lateinischer Ritus), ja auch als Familienvater in der »Untergrundseelsorge« tätig – fast 100 Seiten, die mir von der Stasi-Unterlagenbehörde vorliegen, beweisen u.a., dass es auch mit der Observierung klappte!

Nach der Wende kam auch für mich die Abrechnung seitens der Oberkirche für dieses Engagement – und die war sehr teuer: Ausgrenzung auf der ganzen Linie, ja Diskriminierung. Irgendwann kam schließlich eine »Alibi-Anerkennung« mit Hilfe des ostkirchlich-unierten Ritus. Das Verbot jeglicher pastoraler Tätigkeit in meinem Wohnort, zu deutsch, in ganz Sachsen, besteht allerdings mit wohlwollender Billigung durch Bischof Reinelt auf Befehl des Ratzinger-Papstes bis heute!

Die Limitierung meines Engagements konnte ich seit der Wende durch die Leserinitiative Publik e. V. und die Mitarbeit in ihrem Vorstand durchbrechen: Dort versuchte ich bei aller Bescheidenheit die Stimme aus dem Osten zu sein, durch Propagierung meiner Anliegen aus Osteuropa. Die LIP nahm das auf und hat in den vergangenen mehr als zwei Jahrzehnten auch tatkräftige praktische Hilfe geleistet! Aber auch das kritische Engagement der LIP und Publik-Forum ist mir ein wichtiges Anliegen – hier sehe ich noch ein weites Feld der Betätigung besonders im Osten unseres Landes.

Susanne Reister

Seit dreißig Jahren lese ich Publik-Forum. Das Besondere ist für mich, dass diese Zeitschrift durch das Engagement der Redakteure und Leserschaft ohne große Werbepartner existiert und seit Jahrzehnten hervorragenden, unabhängigen Journalismus bietet. In behutsamer Weise hat die Zeitschrift durch die Zeiten ihren Stil modifiziert und ist dabei ihrem Anspruch, kirchlich, gesellschaftlich und politisch konstruktiv kritisch zu sein, treu geblieben. Sie ist mit ihren Themen immer am Puls der Zeit, ohne Hypejournalismus zu betreiben. Sie verbreitet keine Katastrophenstimmung, sondern trägt dazu bei, als Leserin informiert, gestärkt und ermutigt aus der Lektüre hervorzugehen, nicht zuletzt durch das hoffnungsnährende Berichten über engagierte, fantasievolle und beispielgebende Initiativen. Es ist für mich immer ein Gewinn, die den Geist und das Herz ansprechenden Beiträge und Bilder zu Kirche und Gesellschaft mit weltweitem Blick zu lesen. Sie ist parteiisch, aber nicht einseitig, sie ist positioniert, aber nicht bevormundend. Sie demonstriert, dass Christen sich mit allen Themen und Bereichen der Welt kritisch auseinandersetzen.

Publik-Forum ist für mich eine wichtige und unverzichtbare Stimme für Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit in dieser rauer werdenden Welt.

Ich wurde 1958 in der Nähe von Pforzheim geboren. Aufgewachsen bin ich – evangelisch – im katholischen Paderborn. An der Ruhr-Universität Bochum habe ich Geschichte und Evangelische Religionslehre für die Sekundarstufe II studiert. Ich bin geschieden und Mutter einer erwachsenen Tochter.

Nach meiner Referendarausbildung habe ich mehrere Monate in der offenen Jugendarbeit für Migranten, in der Hauptsache kurdische und türkische Jugendliche, gearbeitet.

Seit 1995 lebe und arbeite ich in Sachsen, gegenwärtig als Referentin im Sächsischen Staatsministerium für Kultus im Referat Gymnasium mit der Zuständigkeit für die Fächer Evangelische Religion, Katholische Religion, Ethik und Sport.

Mein Engagement liegt in der ehrenamtlichen Mitarbeit in den Kirchengemeinden, in denen ich lebe. In Bochum lag mein Schwerpunkt in der ökumenischen Arbeit. In meiner jetzigen Gemeinde leite ich eine Frauengruppe mit den Schwerpunkten Gestaltung des Weltgebetstagsgottesdienstes und weiterer Gottesdienste sowie themenbezogene Gesprächsabende zur Reflexion des eigenen Glaubens. Zudem arbeite ich in Dresden in der Vorbereitungsgruppe der Ökumenischen Frauenliturgie mit.

Seit 2016 bin ich Mitglied der LIP, weil ich es wichtig finde, über das Abonnement hinaus zum Erhalt dieser Zeitschrift beizutragen. Ich freue mich, dass ich durch die Wahl in den Vorstand noch eine weitere Möglichkeit bekommen habe, Publik-Forum zu unterstützen.

Dr. Wolfgang Schneider

Seit der ersten Ausgabe von Publik-Forum am 28. Januar 1972 ist jeder zweite Freitag ein besonderer, ein aufregender Tag. Ich erwarte mit Spannung die Briefpost! In den Ferien lasse ich mir Publik-Forum an meinen Urlaubsort nachsenden und genieße die Lektüre.

Im ersten Lebensjahrzehnt von Publik-Forum habe ich viele Menschen für ein Abo gewinnen können, bisweilen wirkte ich dabei recht aufdringlich. Heute, nach 40 Jahren, freue ich mich immer noch, wenn ich im Briefkasten die neueste Ausgabe von Publik-Forum vorfinde und bin dabei glücklich, dass es diese Zeitschrift gibt.

1946 wurde ich in Mannheim geboren, war bis zu meinem Abitur in einer katholischen Pfarrgemeinde beheimatet und habe ab 1966 in Freiburg Geschichte und katholische Theologie studiert mit dem Ziel, Lehrer an einer weiterführenden Schule zu werden.

Angetan und fasziniert war ich von der Idee einer vom Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils geprägten modernen katholischen Wochenzeitung, in der Glaube und Politik journalistisch professionell und offen kommuniziert werden. Nach dem Scheitern von Publik gründete ich mit meiner damaligen Freundin und jetzigen Frau Regina in Freiburg eine regionale Leserinitiative und habe in den kommenden Jahrzehnten – ab 1977 von Xanten am Niederrhein aus – beim Auf- und Ausbau des Trägervereins Leserinitiative Publik, dann im Vorstand und später als Rechnungsprüfer mitgearbeitet.

Meine Familie mit vier Söhnen, jetzt zwischen 28 und 38 Jahren, in Moskau, Karlsruhe, Trier und Mainz zu Hause und per Skype und Mobiltelefon verbunden, bildet immer noch die Keimzelle für weitere Aktivitäten, die punktuell oder dauerhaft mich beschäftigten und prägen:

Das sind die Mitgliedschaft bei Pax Christi, das Taizé-Gebet, die Förderung der Begegnung junger Menschen mit durch das NS-Regime Verfolgten, die Implementierung eines Weltladens, die Begleitung von Asylsuchenden, die Zusammenarbeit mit Misereor und Adveniat, sodass Gäste aus der Einen Welt in unseren Schulen ihre Arbeitsfelder vorstellen, das Schicksal der Menschen im »Heiligen Land«, geprägt auch durch eine Doktorarbeit über Aktivitäten von Jerusalempilgern im Spätmittelalter, die Verlegung von Stolpersteinen und seit geraumer Zeit die Förderung von zwei Städtepartnerschaften meiner Stadt Xanten mit einer Stadt in Palästina (Beit Sahour) und Israel (in der Entwicklung).

All dies lässt mich dankbar sein und mit Freuden nach vorne blicken, zumal ich seit einem Jahr im Ruhestand bin. Die Idee einer christlich geprägten Zeitung »von unten« hat mich nicht mehr losgelassen. Für mich ist Publik-Forum Tankstelle, Medium gegen die religiöse und politische Vereinsamung, Plattform einer jesuanischen Kirche und eines solidarischen Humanismus, eine Stimme, die Mut macht als Christ handlungsfähig zu bleiben, bis zum heutigen Tag.

Ich möchte mich weiterhin in Gesellschaft und Kirche engagieren und meinen Beitrag auch zur Fortentwicklung von Publik-Forum leisten mit der Unterstützung meiner Frau und anderer Weggefährten.

Barbara Stein

Ich wurde 1950 in Speyer geboren und bin in Schifferstadt aufgewachsen, wo mein Vater als katholischer Kirchenmusiker tätig war. Mein Elternhaus war sehr konservativ und politisch ohne alle Zweifel an der CDU orientiert. Immerhin war mein Vater gleichzeitig Mitglied von Pax Christi. Diese Bewegung begann mich im Alter von 14 Jahren immer mehr zu interessieren, so kam ich mit einer von Pax Christi organisierten Jugendfahrt der Diözese Speyer nach Taizé und nahm später an verschiedenen deutsch-französischen Treffen und einer internationalen Route teil, war auch zeitweilig die erste Jugendvertreterin im deutschen Präsidium.

Während meinen Eltern das immer mehr zu links wurde, wurden bei Pax Christi die Themen Vietnam-Krieg und Kriegsdienstverweigerung aufgegriffen. Nach dem Abitur 1968 und während zwei Semestern Studium der Volkswirtschaftslehre in Mannheim und Gießen blieb ich nicht von der Studentenbewegung unberührt.

Eine persönliche Kehrtwende war meine Entscheidung, ein Musikstudium zu beginnen. So kam ich an die Freiburger Musikhochschule. Ich trat bei Pax Christi aus, da mir die kirchlichen Hierarchien damals zu sehr ein offensives Vorgehen der Bewegung in Friedensfragen zu verhindern schienen.

Während meines Schulmusikstudiums, das nach dem Staatsexamen in ein Gesangsstudium mündete, engagierte ich mich im Informationszentrum Dritte Welt, später dann auch bei den »Christen für den Sozialismus« in Freiburg.

1980, als im Kaiserstuhl noch die Auseinandersetzungen um das geplante AKW Wyhl tobten, zog ich nach Stuttgart, um eine Stelle beim SWR-Chor anzunehmen, die ich nach wenigen Jahren gegen eine freiberufliche Tätigkeit eintauschte. Meinen Mann lernte ich bei der Bürgerinitiative gegen Atomkraft kennen. Von der Kirche hatte ich mich inzwischen sehr weit entfernt, aber dennoch oft das Gefühl, dass etwas fehlt. Inzwischen hatten wir zwei Töchter (seit 6 Jahren auch eine Enkelin).

Irgendwann hörte ich von einer Veranstaltung in Stuttgart mit Wolfgang Kessler. Das Publik-Forum kannte ich nicht, allerdings war mir die »alte« Publik in Erinnerung, die mir meine Schwester – Religionslehrerin in Mainz – damals zum Lesen mitgebracht hatte.

Bei dieser Veranstaltung wurde ich Abonnentin von Publik-Forum. Beim regelmäßigen Lesen wurde mir deutlich, dass es genau diese Lektüre war, die mir gefehlt hatte. Es war die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und kirchlichen Fragen, und es war der persönliche Zugang zu Glauben und Religion, der mir durch das Lesen wieder möglich wurde. Und Publik-Forum spricht Themen an, die ich so in der Presselandschaft nicht finde.

Publik-Forum ist für mich eine geistige und seelische Nahrung, auf die ich nicht verzichten möchte. Anregend sind die regelmäßigen Treffen unseres Leserkreises, wo immer sehr heftig diskutiert wird.

Beruflich arbeite ich selbstständig als Gesangspädagogin, und habe noch einen Lehrauftrag an der Hochschule für Kirchenmusik der Landeskirche in Tübingen, bei dem ich mich jedoch – musikalisch gesprochen – zurzeit im »Decrescendo« befinde. Das gibt mir Freiraum für meine Vorstandstätigkeit bei der Leserinitiative.

Zurzeit bin ich in meinem Stuttgarter Stadtteil im Bürgerhausverein im Kulturbereich ehrenamtlich tätig sowie beim Arbeitskreis Flüchtlinge der evangelischen Kirchengemeinde, wo ich beim Sprachelernen helfe.

Jahresversammlungen von Publik-Forum, das Kennenlernen von Vorstandsmitgliedern und die Erlebnisse auf dem Kirchentag in Berlin haben mir die Entscheidung, mich für den Vorstand zu bewerben, erleichtert. Ich möchte durch meine Tätigkeit die Existenz von Publik-Forum für die Zukunft sichern helfen, denn ohne es gäbe es eine Lücke im deutschen Blätterwald.

Newsletter bestellen
Melden Sie sich kostenlos für den regelmäßigen Newsletter von Publik-Forum mit aktuellen Neuigkeiten und Zusatzinformationen an.