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»Nur die fetten Pferde füttern«

Wirtschaft im Kapitalismus: Welche Zukunft wollen wir? Der Katholikentag zwischen Pragmatismus und Ungeduld
von Bettina Röder vom 10.06.2016
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Auf der Treppe zum Leipziger Rathaus stehen sie mit Transparenten in der Mittagssonne. »Rüstung stoppen«, steht darauf. Mariotte Hillebrand, eine junge Frau von der Gemeinschaft der Missionsärztlichen Schwestern in Frankfurt am Main, sagt: »Ich stehe hier, weil Wirtschaftsminister Gabriel kommt und wir ihm klarmachen wollen, dass wir Grenzen für Waffen schließen müssen statt für Flüchtlinge.« Dann geht ein Raunen um: »Jetzt kommt er.« Der Minister steigt aus einer der schwarzen Limousinen, läuft die Treppen hinauf und bleibt vor den Demonstranten stehen. »Warum haben Sie Waffenexporte nach Saudi-Arabien genehmigt, die Exporte der Kleinwaffen forciert?«, ruft Verleger Thomas Meinhardt, ein Pax-Christi-Mann. »Habe ich doch gar nicht«, sagt Sigmar Gabriel, die Hände vor dem Bauch verschränkt. »Doch, das haben Sie«, beharrt Meinhardt. »Wollen wir um Ihr Auto wetten?«, fragt der Minister. »Habe gar keins«, entgegnet kampfeslustig der Demonstrant. »Na sehnse, Heckler und Koch hat mich übrigens verklagt«, sagt Gabriel. Dann verschwindet er nach einem Gespräch mit einer weiteren Demonstrantin im Rathaus. Hier hätte schon vor einigen Minuten die Veranstaltung zur Energiewende beginnen müssen.

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