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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2016
Klare Kante, neue Hoffnung
Der Katholikentag in Leipzig
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 10.06.2016

Anna Becker
Mythos Stalin
be.bra. 152 Seiten. 19,95 €

Väterchen Stalin erfreut sich im postsowjetischen Russland steigender Popularität. Die Kreml-Führung, vor allem Putin, macht sich diese Entwicklung zunutze. Dabei distanziert sie sich durchaus glaubhaft und wirkungsvoll von den innen- und außenpolitischen Repressionen des Diktators. Das ist das Fazit dieser differenzierten Untersuchung. Ausgenommen von der offiziell proklamierten Kritik werden stets Stalins »Verdienste« im »Großen Vaterländischen Krieg« und beim Sieg über das nationalsozialistische Deutschland. So soll eine starke Führungspersönlichkeit und eine straffe Lenkung legitimiert werden. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion konnten Putin und seine Getreuen auf einer tiefen Identitätskrise und einem verunsicherten nationalen Bewusstsein ihre Vorstellungen eines starken Staats aufbauen. Die Identität aus dem Ruhm der Vergangenheit half dabei. Diese Entwicklung wird jedoch immer repressiver gegenüber kritischer Opposition, Öffentlichkeit und Auslandskontakten. Jürgen Israel

Herbert Haslinger
Gemeinde – Kirche am Ort
Bonifatius. 212 Seiten. 13,90 €

Ist die Kirchengemeinde in der Krise? Um das zu beantworten, fragt der Paderborner Pastoraltheologe zurück, welche Impulse für das Kirche- und Gemeinde-sein vom Zweiten Vatikanischen Konzil ausgegangen sind. Dabei arbeitet er drei Leitmotive heraus: Kirche als Volk Gottes. Kirche als Sakrament. Kirche in der Welt. Auf dieser Basis formuliert er fünf Richtungsanzeigen für die Gemeinden. Dazu gehören die Rückkehr in die Seelsorge, die Achtung des Individuums, die Bewahrung des Territorialprinzips, die Anerkennung anderer Orte und die Diakonie als Quintessenz. Haslinger konzentriert sich auf den gesellschaftlichen und theologischen Hintergrund, um von dort aus ein pastorales Handeln angesichts der Herausforderungen der Gegenwart zu skizzieren. Die Absetzung von der »Gemeindekirche-Ideologie«, die wie ein roter Faden das Buch durchzieht, bewirkt jedoch den Effekt, dass alle Überlegungen trotz der Betonung des Volk-Gottes-Gedankens vornehmlich auf eine Optimierung des professionellen Tuns der Hauptamtlichen hinauslaufen. Norbert Mette

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