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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2016
Klare Kante, neue Hoffnung
Der Katholikentag in Leipzig
Der Inhalt:

»Kreuzzug gegen Russland«

von Heinrich Missalla vom 10.06.2016
Vor 75 Jahren begann der Krieg gegen die Sowjetunion – gerechtfertigt auch von den Kirchen. Eine Erinnerung

Am Sonntag, 22. Juni 1941 ministrierte ich im St.-Josefs-Krankenhaus in Wanne-Eickel. Beim Verlassen der Kapelle hörte ich, wie sich Frauen erregt unterhielten: Der Krieg gegen Russland habe begonnen. Ich rannte nach Hause und erzählte es meiner Mutter. Sie begann zu weinen. Von meinem Vater hatten wir einige Zeit nichts gehört. Seinen letzten Feldpostbrief hatte er aus Frankreich geschrieben. Der folgende kam aus Russland …

Mit dem Überfall auf die Sowjetunion erreichte der Zweite Weltkrieg eine andere Dimension. Jetzt wurde er endgültig zu einem Weltanschauungs- und Vernichtungskrieg. Bedingungslos unterstützt wurde Hitler von den »Deutschen Christen«, einer mächtigen Strömung innerhalb der evangelischen Kirche, die sich zum Ziel gesetzt hatte, mithilfe von Theologie und Lehre die nationalsozi