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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2016
Klare Kante, neue Hoffnung
Der Katholikentag in Leipzig
Der Inhalt:

Kolumne Von Fabian Vogt
Luther bei die Fische!

vom 10.06.2016

Mein Nachbar lehnt sich über den Gartenzaun, winkt fröhlich und brüllt mir etwas zu. Es klingt wie: »Gell, Herr Pfarrer, die Kirche schämt sich für ihren Luther. «

Verdutzt mache ich den Rasenmäher aus und gehe zu ihm an den Zaun. »Häh? Schämen? Wieso das denn?« Er schmunzelt. »Na ja, ich hab das Gefühl: Viele Evangelische, die sich irgendwo zu Martin Luther äußern, distanzieren sich erst mal von ihm.«

Der Nachbar imitiert eine pastorale, leicht nasale Stimme: »Ja, wir wissen, dass Luther viele dunkle Seiten hatte. Wir verurteilen deshalb mit allem Nachdruck seine Schriften gegen die Juden … und die Hexen … und die Türken.« Seine Stimmparodie klingt überraschend überzeugend, er näselt weiter: »Außerdem hat Luther aus politischem Opportunismus einem Fürsten erlau