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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2016
Klare Kante, neue Hoffnung
Der Katholikentag in Leipzig
Der Inhalt:

Wenn die reine Lehre trügt

von Wolfgang Kessler vom 10.06.2016
Die EU-Kommission muss endlich umdenken. Denn in Europa geht es nur dort aufwärts, wo die Brüsseler Spardiktate nicht befolgt werden

Eigentlich sollte sich die EU-Kommission freuen. Die Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union ist auf den tiefsten Wert seit mehr als vier Jahren gesunken – auch in Krisenstaaten. Doch statt die Regierungen zu loben, denkt die EU-Kommission über Sanktionen gegen Defizitländer wie Spanien, Portugal oder Italien nach, die ihre Schuldenobergrenze verfehlen werden. Das Problem ist jedoch, dass viele Länder des Südens gerade deshalb Wachstum erzielen, weil sie sich nicht an die Vorgaben aus Brüssel halten. Es ist die reine Lehre vom Sparen, die in die Krise führt.

Das beste Beispiel ist Spanien. In den ersten Jahren seiner Regierungszeit fuhr der vor Kurzem abgewählte ehemalige Regierungschef Mariano Rajoy harte Sparprogramme. Die Folgen waren dramatisch. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg auf mehr als zwanzig Prozent. Viele Spanier wanderte

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