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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2017
Reformation 2.0: Das wahre Erbe Martin Luthers
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»Das Paradies, das dauert ein bisschen«

von Anna Lehmann vom 12.05.2017
Seit zweieinhalb Jahren regiert Rot-Rot-Grün unter Bodo Ramelow in Thüringen. Ist das Bündnis eine Blaupause für Berlin?
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) und seine Stellvertreterinnen, Finanzministerin Heike Taubert (rechts, SPD) und Umweltministerin Anja Siegesmund (links, Bündnis 90/Die Grünen) ziehen Bilanz nach zwei Jahren Rot-Rot-Grün (Foto: pa/Schutt)
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) und seine Stellvertreterinnen, Finanzministerin Heike Taubert (rechts, SPD) und Umweltministerin Anja Siegesmund (links, Bündnis 90/Die Grünen) ziehen Bilanz nach zwei Jahren Rot-Rot-Grün (Foto: pa/Schutt)

Der Kormoran, ein schwarz gefiederter Vogel, steht unter Naturschutz. Einerseits. Andererseits frisst er am liebsten Fische – zum Verdruss von Anglern und Fischern. Der Kormoran markiert eines der Spannungsfelder der rot-rot-grünen Koalition in Thüringen. »Es kracht manchmal an Stellen, an denen man es nicht erwartet«, erzählt Astrid Rothe-Beinlich, die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen. Soll man einige Kormorane zum Abschuss freigeben? Warum nicht, meinten SPD und Linke. Auf keinen Fall, hielten die Grünen dagegen.

Seit zweieinhalb Jahren regieren Linkspartei, SPD und Grüne in Thüringen. Die bis dahin erste rot-rot-grüne Koalition auf Länderebene wird immer mal wieder als Vorbote für eine mögliche Regierung nach der Bundestagswahl im September 2017 genannt. Doch im September 2014, als Bodo Ramelow zum ersten Ministerpräsidenten der Linkspartei gewählt wurde, wollte kaum jemand Wetten darauf abschließen, dass diese Regierung bis zum Ende der Legislaturperiode hält. Viele der Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD waren in der ehemaligen kirchlichen DDR-Opposition aktiv gewesen, waren gegen das DDR-System und die es beherrschende SED angerannt und dafür drangsaliert worden.

»Für viele unserer ehemaligen Bürgerrechtler war das Bündnis mit der Linkspartei eine sehr emotionale Frage«, erinnert sich Michael Klostermann, der Generalsekretär der Thüringer SPD. »Andererseits fühlte sich die Große Koalition für viele Sozialdemokraten am Ende wie eine zerrüttete Ehe an«, sagt Klostermann, »ein Bündnis mit der Linken verhieß den Reiz des Neuanfangs.«

Langer Anlauf

Den Grünen verh

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