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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2017
Reformation 2.0: Das wahre Erbe Martin Luthers
Der Inhalt:

Paketshop unterm Kirchendach

von Michael Althaus vom 12.05.2017
Post, Café und Gottes Segen: Eine Gemeinde in Kiel öffnet sich dem Stadtteil

Eine Gemeinde in Kiel geht neue Wege: Unterm Kirchturm eröffnete sie einen Paketshop. Nur eines von vielen Angeboten, mit denen sich die Gemeinde für den Stadtteil öffnet.

Sie liegt an einer vielbefahrenen Bundesstraße, die rote Ziegelsteinfassade fügt sich nahtlos in die Umgebung ein: Die katholische Liebfrauen-Kirche im Kieler Stadtteil Hassee ist eher unscheinbar. Nur ein Schild auf dem Bürgersteig weist darauf hin, dass es dort etwas Besonderes gibt: »DHL Paketshop und Café unterm Kirchturm« ist auf postgelbem Hintergrund zu lesen. Und: »Seien Sie herzlich willkommen.«

Eine Gruppe von Ehrenamtlern hat in der Kirche neben einem Gemeindecafé auch eine Annahmestelle für Briefe und Pakete eröffnet. Man wolle Begegnungsmöglichkeiten schaffen und zugleich für die Menschen im Stadtteil da sein, sagt Schwester Maria Magdalena von den Mauritzer Franziskanerinnen. Sie hat die Idee maßgeblich vorangetrieben.

Zusammen mit dem Ortsbeirat habe man 2016 die Anwohner nach ihren Bedürfnissen gefragt, so die Ordensfrau. Weil die Post im Stadtteil schon vor vielen Jahren geschlossen habe und Bäckereien und Gasthäuser verschwinden, sei immer wieder der Wunsch nach einem Café und einem Paketshop geäußert worden. »Da haben wir als Gemeinde gesagt: Das können wir.« Im benachbarten geistlichen Zentrum »Haus Damiano« mache man bereits »niederschwellige Angebote« wie Segensgottesdienste oder einfache Meditationen.

Hinter dem Tresen im Paketshop startet der Betrieb. Noch hakt es ein wenig mit dem Scanner, doch die ersten Pakete sind bereits abgeliefert. Die pensionierte Lehrerin Brigitta Schneider ist eine von den Ehrenamtlern, die regelmäßig Kaffee ausschenken oder Versandstücke annehmen. An drei Nachmittagen in der Woche ist zunächst geöffnet. »Ich finde es super, dass die Kirche ihren Blick weitet«, sagt sie. Früher sei alles noch so engstirnig gewesen, das könne sich heute niemand mehr erlauben. So zögerte die langjährige Kommunionhelferin nicht lange, als Menschen für das neue Angebot gesucht wurden. »Es ist unsere Aufgabe als Kirche, den Leuten Gutes zu tun.« Überrascht ist Schneider, dass sich auch viele Helfer von außerhalb der Gemeinde meldeten. Lob gibt es vom Erzbistum Hamburg: Das Projekt zeige, wie sensibel die Kieler Gemeinde sei für ihren Stadtteil und für die Zeichen der Zeit, sagt Sprecher Manfred Nielen. Laut Deutsc

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