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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2017
Reformation 2.0: Das wahre Erbe Martin Luthers
Der Inhalt:

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Über den Missbrauch von Daten, die Gefahren für Freiheit und Demokratie und die Dringlichkeit digitaler Grundrechte

Spuren hinterlässt man immer, wenn man digital unterwegs ist. Jedes Gerät, mit dem man Zugang zum Internet bekommt – sei es der heimische PC, das mobile Tablet oder Smartphone – hat eine IP-Adresse. Damit ist man identifizierbar und es ist klar nachvollziehbar, was man wann im Netz macht. Aufschlussreich für Datensammler ist, welche Suchbegriffe man »googelt«, wo man online einkauft oder Waren anschaut, und auch die E-Mail-Korrespondenz lässt sich analysieren. Die meisten Dienste im Netz sind unentgeltlich. Aber bezahlen muss man trotzdem: mit seinen Daten.

Big Data lautet der Begriff dafür, dass staatliche und nichtstaatliche Datensammler in gigantischem Ausmaß Daten aus unterschiedlichen Quellen sammeln und speichern, sie neu miteinander verknüpfen und mit ihrer Hilfe aussagekräftige, nahezu umfassende Persönlichkeitsbilder erstellen. Damit kann man trefflich Geschäfte machen, vor allem aber Kontrolle und Macht ausüben. Mit Big Data drohen sich wichtige Persönlichkeitsrechte und die Privatsphäre quasi aufzulösen. Damit sind auch die persönliche Freiheit und Demokratie in Gefahr. Wie müssten Recht und Gesellschaft gestaltet werden, damit auch in der digitalen Ära die bürgerliche Freiheit und Selbstbestimmung gewährleistet sind?

Der IT-Unternehmer Gary Kovacs warnte schon im Jahr 2012: »Mit jedem Mausklick, mit jeder Bewegung auf dem Bildschirm geben wir persönliche Informationen. Wir geben unseren Geburtstag preis, unseren Aufenthaltsort, unsere Interessen, unsere Einstellungen, Bekanntschaft und Beziehungen und sogar unsere Finanzgeschichten.« Damals war Kovacs Geschäftsführer von Mozilla, einer amerikanischen Gesellschaft, die den Internet-Browser Fir