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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2017
Reformation 2.0: Das wahre Erbe Martin Luthers
Der Inhalt:

»Computer sind mein Leben«

Der 17 Jahre alte Gymnasiast Moritz Beck macht alte Rechner wieder fit für Menschen mit kleinem Geldbeutel

Eben kam eine große Computerspende rein, wohl aus einem Nachlass. Deshalb sieht es hier in unserem Arbeitsraum ein bisschen chaotisch aus. Wir nehmen bei angestöpselt alle Spenden – PCs und Laptops, Drucker, Tastaturen, Mäuse. Meist stammen sie von Privatleuten, hin und wieder auch von Firmen. Zunächst löschen wir die alten Daten komplett. Wir spielen ein neues Betriebssystem und die nötigen Programme auf und verteilen die PCs an Arbeitslose, Geflüchtete oder Rentner. Wer einen Computer braucht, lässt sich auf unsere Warteliste setzen. Rückt er oder sie auf Platz Nummer eins vor, gibt es den nächsten fertigen Computer. Geöffnet haben wir zwei Abende in der Woche.

Ich wurde zufällig auf den Verein aufmerksam, als ich vor ein paar Jahren bei Google die Stichworte »Computer« und »Würzburg« eingab. Da erschien die Webseite der Initiative Computerspende Würzburg. Daraus wurde dann »angestöpselt – Verein für Digitalkompetenz«. Er hat 35 Mitglieder, wir sind etwa ein Dutzend Aktive. Ich bin im Vorstand und fast jede Woche zwei Abende hier. Computer sind mein Leben, hier lerne ich unheimlich viel. Sowohl über Hardware als auch über Linux oder Netzwerkgeschichten. Auch schreibe ich Programme. Gerade sitze ich an einem, das unsere Organisation vereinfachen soll.

An unserem Projekt gefällt mir auch der Recycling-Gedanke. Ein Rechner wird im Schnitt fünf Jahre genutzt, seine Lebenszeit jedoch beträgt locker zwölf Jahre. Das Ergebnis: ein riesiger Berg an Elektroschrott. Das Problem ist, dass bei den üblichen Microsoft-Betriebssystemen immer mehr Leistung gefordert wird