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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2017
Reformation 2.0: Das wahre Erbe Martin Luthers
Der Inhalt:

Raus aus der Komfortzone

Abitur geschafft – aber was dann? Im Orientierungsjahr »Project Peace« am Kochelsee wollen junge Erwachsene zu sich selber finden und elf Monate lang anders leben: Klappt das?

Als Rabea ihr Abitur machte, war sie eine Meisterin im Organisieren. In 13 Jahren Schule hatte sie das gelernt. Sie war schnell im Kopf, anders hätte das alles gar nicht zusammen funktioniert: Lernen für die Schule, Handball spielen, den Bibelkreis organisieren, Freunde treffen, Feiern. Doch jetzt, da die Schule vorbei war und das Leben beginnen sollte, fehlte ihr etwas. Das Bauchgefühl, das ihr eine Antwort geben könnte auf die Frage: Was jetzt?

Jedes Jahr verlassen rund 850 000 Schüler in Deutschland eine allgemeinbildende Schule mit einem Schulabschluss, um dann mehr oder weniger orientierungslos ins Leben zu stolpern. In diesen Wochen machen rund 450 000 Schülerinnen und Schüler in Deutschland ihr Abitur. Mehr als vierzig Prozent von ihnen haben noch keine Ahnung, was sie danach machen wollen. Wer sie sind und was sie in der Welt sein wollen, wissen die wenigsten.

Ein erprobtes Mittel, dem überfüllten Kopf zu entfliehen, ist Reisen. Ob Internationaler Jugendfreiwilligendienst, Weltwärts oder Freiwilliges Ökologisches Jahr im Ausland – mit solchen Programmen reisen junge Erwachsene heute in die Welt und bringen sich gleichzeitig in sozialen Projekten ein.

Die Programme werden häufig kritisiert, weil sie jungen Menschen Abenteuerreisen ermöglichen, ihr sozialer Effekt aber infrage steht. Wäre es nicht ehrlicher, die Selbstfindung in den Mittelpunkt zu stellen, statt dies unter dem Deckmantel der Entwicklungshilfe zu tun?

Das fragte sich auch Adelheid Tlach-Eickhoff. Die Sozialpädagogin hat ein Programm entwickelt, das die Montessori-Idee – »Hilf mir, es selbst zu tun«