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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2017
Reformation 2.0: Das wahre Erbe Martin Luthers
Der Inhalt:

Der Raubzug

Jetzt zeigt Donald Trump, wie man für Millionäre und Milliardäre regiert

Im Wahlkampf gebärdete sich Donald Trump zuweilen als amerikanischer Robin Hood. Er wollte »das Establishment in Washington entmachten«, damit es die kleinen Leute, die Fabrikarbeiter, die Kohlekumpels besser haben. Aber als Präsident regiert Donald Trump eher noch schlimmer als der Sheriff von Nottingham in den Sagen um Robin Hood. Mit seiner Steuer- und Gesundheitspolitik hat er einen Raubzug eingeleitet, der die Armen noch ärmer machen wird, damit sich Millionäre und Milliardäre bereichern können.

So will Trump den Steuersatz für Unternehmen von 35 auf 15 Prozent senken, den Spitzensteuersatz für hohe Einkommen von 39,6 auf 35 Prozent. Die Erbschaftssteuer soll ganz abgeschafft werden. In der Gesundheitspolitik will die Trump-Regierung gut verdienende Amerikaner um 600 Milliarden Dollar entlasten, indem sie von Solidaritätsbeiträgen für ärmere Bürger befreit werden. Zwar weiß niemand in den USA, wie die milliardengroßen Löcher in den öffentlichen Haushalten der USA gestopft werden sollen, die diese »Reformen« reißen werden. Dennoch hat das Repräsentantenhaus die Teilabschaffung von Obamacare und die Entlastung der Reichen beschlossen. Auch die Steuersenkung hat Chancen in einem Kongress, der von wirtschaftsfreundlichen Republikanern dominiert wird. Zumal sie wissen, dass die Rechnung für die Geschenke an ihre reichen Unterstützer erst später beglichen werden muss.

Und niemand sage, Europa sei nicht betroffen. Wenn Trump seine Steuerpolitik durchsetzt, mutiert die Weltmacht zur Steueroase. Dadurch wird sie attraktiv für Geld aus der ganzen Welt. Dann dürften sich in Europa Forderungen mehren, den reichen Konzernen auch hier die Steuern zu senken, um die Abwanderung von Kapital in die USA zu stoppe