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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2017
Reformation 2.0: Das wahre Erbe Martin Luthers
Der Inhalt:

vorgespräch: Wie klingt Poesie in 33 Sprachen?

Das 18. Poesiefestival findet im Juni in Berlin statt. Leiter Thomas Wohlfahrt erzählt, was Besucher dort erwartet

Publik-Forum: Herr Wohlfahrt, auf dem Poesiefestival werden Künstler aus 42 Ländern zu Gast sein. Ist Poesie etwas, das Menschen kulturübergreifend verbindet?

Thomas Wohlfahrt: Ja, selbst wenn ein Gedicht in einer Sprache vorgetragen wird, die Sie nicht verstehen, wird es Ihnen sofort auffallen, weil es sich durch seinen Klang und Rhythmus von der alltäglichen Sprache abhebt. Ein Gedicht ist nah an der Musik. Und auch was die Inhalte betrifft, verbindet Poesie: Da geht es oft um Liebe, Glauben, Sehnsucht und Melancholie, Heimat und Exil, um den Menschen in all seinem Sein. Das ist überall auf der Welt so.

Wie kamen Sie auf das Motto des Festivals, »Europa_Fata Morgana«?

Wohlfahrt: Europa ist gerade dabei, sich selbst zu zerlegen. Wo wird Europa noch sichtbar? Was ist Europa? Ist es mehr als ein Trugbild? Wir haben Dichterinnen und Dichter aus den Nachbarländern der EU gefragt, was für sie aus der Außenperspektive die »Idee Europa« bedeutet. Das werden sie in einer Soundcollage vortragen.

Wie hört sich das an?

Wohlfahrt: Sehr bunt. Das ist eine Kakofonie an Haltungen, ein Konzert der Stimmen von Ägypten über Montenegro bis nach Island und Russland. Jeder hat fünf Minuten Zeit. Während des Festivals wird viel in den Muttersprachen der Dichterinnen und Dichter vorgetragen.

Wirkt Poesie noch, wenn sie übersetzt wird?

Wohlfahrt: Wer übersetzt, muss sich entscheiden: Zertrümmere ich die Klangstruktur, um die Bilder zu retten? In unserem Projekt »VERSschmuggel« haben wir eine besondere F