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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2017
Bevor es zu spät ist
Wie junge Menschen vor gewaltbereiten Salafisten bewahrt werden können
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Bevor es zu spät ist

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 26.01.2017
Was kann man tun, um Terroranschläge zu verhindern? Lehrerinnen und Imame, Polizisten und Pädagogen arbeiten fieberhaft daran, dass junge Menschen nicht in die Fänge gewaltbereiter Salafisten geraten. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Titelgeschichte in der neuen Ausgabe von Publik-Forum
Auf der Suche nach Gemeinschaft: Dschihadisten versprechen Jugendlichen Sinn und Zusammenhang (Fotos:  istockphoto/shironosov; Fotolia/sharplaninac) (Mod.)
Auf der Suche nach Gemeinschaft: Dschihadisten versprechen Jugendlichen Sinn und Zusammenhang (Fotos: istockphoto/shironosov; Fotolia/sharplaninac) (Mod.)

Eine Realschule in Berlin: Die meisten Schüler der Klasse 8c haben einen Migrationshintergrund, viele sprechen zu Hause Türkisch oder Arabisch. »Muslime werden in diesem Land ständig diskriminiert, oder?«, fragt der Psychologe Ahmad Mansour in die Runde. Er erntet Kopfnicken. »Ist das wirklich so?«, will er dann von den 15-Jährigen wissen. Die Diskussion läuft an. Mansour provoziert. Stellt gängige Klischees infrage. Und er hat genügend Kampfgeist, um mit den pubertierenden Jugendlichen über den IS und die Demokratie zu reden, über Ehre und Dschihad. Mansour ist der richtige Mann dafür: In seiner Jugend wurde der arabische Israeli beinahe selbst zu einem Fundamentalisten. Er kennt die Sprengkraft des Nahostkonfliktes, er kennt auch die verlockend einfache Weltsicht der Extremisten.

Über den Salafismus wissen auch Lehrer häufig nicht viel

»Bei Islamisten lernen die Jugendlichen, blind zu folgen, nichts infrage zu stellen, sich keine eigene Meinung zu bilden«, sagt er auf einer Tagung in Frankfurt am Main. »Das ist gefährlich, aber auch enorm attraktiv, weil da einer sagt, wo es langgeht, weil man nicht mehr selber denken muss.« Um den Extremismus zu entzaubern, setze man am besten an Schulen an. Doch Mansour weiß: Vielen Lehrern ist es zu heikel, über den Nahostkonflikt zu diskutieren. Sie sind überfordert, neben Geschichte, Mathe und Deutsch nun auch noch die Strategien der Salafisten zu lehren. Zumal differenziert werden muss: Nicht alle Salafisten sind gefährlich und gewaltbereit (sie

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