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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2017
Bevor es zu spät ist
Wie junge Menschen vor gewaltbereiten Salafisten bewahrt werden können
Der Inhalt:

Lustvoll die Natur beschimpfen

von Josefine Janert vom 27.01.2017
PFplus

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Lyrik. Nein, das ist keine romantische Naturlyrik. Statt Baum, Vogel und Wasserfall zu besingen, beschimpft der Satiriker Thomas Gsella sie lustvoll. Im Vorwort erklärt er, warum: Kaum ein anders Volk sei so vernarrt in die Natur wie die Deutschen. Sie hätten selbst »sadistische Fluginsekten wie Hornissen und Honigbienen unter Schutz« gestellt. Dabei sei die Natur schuld an allem möglichen Unheil – von kalten Füßen, Kopfweh, dem Tod durch Tiger oder Weißem Hai bis zum »quälenden Überangebot an Schnittblumen«. Nun sei es Zeit für lyrische Rache. Wobei Gsella den Begriff »Natur« weit fasst und damit alles meint, was stinkt und stört, also auch »Die Autobahn« und »Das Dschungelcamp«. Anders als der Titel »Saukopf« nahelegt, zeugen die Vierzeiler eher von genüsslich ausgebreiteter Verdrießlichkeit als davon, dass hier jemand endlich mal die Sau rausgelassen hat. Auch wenn Laub und Mücke, Quelle und Orchideen niedergemacht werden, bleibt der Ton doch bürgerlich-zurückhaltend, fast höflich. Eine Ausnahme bildet die Bundeswehr, deren Personal Gsella als »ärmstes Idiotenpack aus hirnorganisch Toten« tituliert. Ansonsten pflegt er freundliche Ironie, wie etwa gegenüber dem Herbst, den er folgendermaßen bedichtet: »So frisch die Luft! Der Wald so bunt! / Froh tanzen Wind und Regen! / Froh holst du dir die Grippe und / Dann heißt es: Blätter fegen!« Thomas Gsella verfasst seit dreißig Jahren komische Lyrik. Seine gereimten Kolumnen erscheinen im »Stern«, im Schweizer »Magazin« sowie in der »Titanic«. Dieses Büchlein ist nun ein Sahnehäubchen auf dieser Karriere. Die Gedichte eignen sich gut zum Vortrag auf Familien- und Betriebsfeiern, also dazu, Tanten oder Chefs stilvoll zu belustigen oder zu erschrecken.

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