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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2017
Bevor es zu spät ist
Wie junge Menschen vor gewaltbereiten Salafisten bewahrt werden können
Der Inhalt:

Buch des Monats: Demokratie braucht Verteidigung

von Norbert Copray vom 27.01.2017
Wider das braune Deutschland. Jahrbuch rechte Gewalt 2017

Andrea Röpke
2017 Jahrbuch rechte Gewalt
Chronik des Hasses. Knaur. 304 Seiten. 12,99 €

Mit dem Zusammenbruch des »Dritten Reiches« sind faschistische, nationalsozialistische oder rassistische Gruppierungen keineswegs verschwunden. Sie haben sich nur meistens in Deckung gehalten, im Untergrund gewühlt oder sich an diversen Parteien von NPD über die Republikaner bis hin zur Schill-Partei versucht, um in Parlamenten den demokratischen Staat vorzuführen. Mit der deutschen Wiedervereinigung ergriffen die Rechtsextremen die Chance, sich mit nationalistischen Gruppierungen in Ostdeutschland zu vereinen. Sie sorgten als »Kümmerer« für ihre Akzeptanz in der Bevölkerung, nutzten Ängste im wirtschaftlichen und sozialen Umbruch und erhielten mit dem Kampf gegen Euro und Flüchtlinge enormen Auftrieb. Durch »Pegida« in Dresden wurden rechte Haltungen in weiten Teilen der Bevölkerung populär. Mittlerweile hat die rechte Szene mit der sogenannten Alternative für Deutschland (AfD) eine politische Sammlungsbewegung und einen parlamentarischen Arm. Im Schatten dieser Entwicklung hat sich eine rohe, gewalttätige, brandgefährliche und extrem hetzerische Mischszene entwickelt.

Andrea Röpke, mehrfach ausgezeichnete Journalistin und Expertin zum Thema Rechtsextremismus, leistet mit ihrem »Jahrbuch rechte Gewalt« der freiheitlichen-demokratischen Gesellschaft einen enormen Dienst. Zusammen mit dem Journalisten und Filmemacher Sebastian Heidelberger sowie einem Team erfahrener Rechercheure liefert sie eine detailreiche »Chronik des Hasses«: Attentate, Brandstiftungen, Übergriffe, Einschüchterungen und Propaganda. Die thematischen Kapitel mit Hintergründen und Analysen lassen erkennen, wie gut die braune Szene in Deutschland vernetzt ist. Das Spektrum reicht von scheinbar harmlosen Zusammenschlüssen in bürgerlichen Schichten bis zu extremem Terror.

Niemand kann sich wünschen, dass das fundierte »Jahrbuch rechte Gewalt« auch in den kommenden Jahren so umfangreich und dick gefüllt ist wie die aktuelle Ausgabe. Doch die derzeitigen Fakten und Entwicklungen verheißen nichts Gutes. Umso wichtiger, Röpke und ihren Mitstreitern den Rücken zu stärken und das Buch möglichst vielen bekannt zu machen. Der zivile Widerstand gegen den Rechtsextremismus muss intensiver, breiter und besser vernetzt werden. Dazu braucht es Wissen un

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