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Es muss nicht immer Tschaikowsky sein

von Benjamin Künzel vom 27.01.2017
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Oper. Es geht um Krieg, Frieden, Liebe und Leid: Auf seiner neuen CD versammelt der sibirische Bariton Dmitri Hvorostovsky eindrucksvolle Opernszenen. Neben Dauerbrennern etwa von Tschaikowsky ruft er auch unbekanntere Stücke der russischen Opernliteratur von Sergej Prokofjew und Anton Rubinstein ins Gedächtnis. Ihre Wirkung verdanken die hoch emotionalen Aufnahmen vor allem Hvorostovskys Stimme, diesem kraftvollen und zugleich verletzbaren Ton. Dass der Bariton im letzten Jahr eine Krebserkrankung zu bewältigen hatte, hört man seiner Stimme nicht an, sie klingt so strahlend und gesund wie eh und je. Manche Interpretation hat deutlich an emotionaler Tiefe gewonnen. Gerade die Arie des Mazeppa aus Tschaikowskys gleichnamiger Oper klingt nun wie eine existenzielle Herzensangelegenheit, für die man Lebenserfahrung braucht. Wie jung Hvorostovskys Stimme geblieben ist, zeigt die Arie des Robert aus Tschaikowskys »Iolanta«; die träumerische Nummer erhält dadurch eine anrührende Dimension. Ähnlich ergreifend die erste Szene aus Prokofjews überdimensionierter Oper »Krieg und Frieden«. Auch hier packt den Hörer gleich das dunkel-cremige Timbre des Baritons, die elegante Phrasierung, die große Sensibilität. Ihm zur Seite stehen die Sopranistin Asmik Grigorian als Natasha und Irina Shishkova als Sonya, denen eine berückende Duett-Passage zufällt. Das längste Stück – und Höhepunkt – der CD ist der 26-minütige Schluss aus Rubinsteins »Der Dämon«. Asmik Grigorian gibt die Tamara, die Partie des Engels ist effektvoll mit dem jungen Countertenor Vadim Volkov besetzt. Das sollte man wirklich gehört haben!

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