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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2017
Bevor es zu spät ist
Wie junge Menschen vor gewaltbereiten Salafisten bewahrt werden können
Der Inhalt:

Stichwort: Ein schwieriger Held

von Norbert Copray vom 27.01.2017
Luther-Biografien im Überblick

Lyndal Roper
Luther
Der Mensch Martin Luther. 730 Seiten. 28 €

Michael Lösch
Wäre Luther nicht gewesen
Das Verhängnis der Reformation. dtv. 239 Seiten. 14,90 €

Joachim Köhler
Luther!
Biographie eines Befreiten. Evangelische Verlagsanstalt. 405 Seiten. 22,90 €

Willi Winkler
Luther
Ein deutscher Rebell. Rowohlt. 640 Seiten. 29,95 €

Klaus-Rüdiger Mai
Martin Luther
Prophet der Freiheit. Romanbiografie. Kreuz. 447 Seiten. 22 €

Ulrich Köpf
Martin Luther
Der Reformator und sein Werk. Reclam. 254 Seiten. 22,95 €

Martin Luther ist für die renommierte Oxforder Geschichtsprofessorin Lyndal Roper »ein schwieriger Held«. Eine zwischen Mittelalter und beginnender Neuzeit zerrissene Persönlichkeit, die die Bibel eher fundamentalistisch las und predigte, die von Teufelsangst und Schuldgefühlen getrieben war und eher auf herrschaftliche Ordnungsstrukturen setzte als auf freiheitliche, humanistische Werte. Luther erscheint bei der Historikerin eher politisch rückwärtsgewandt als zukunftsoffen. Die Expertin für das 16. Jahrhundert schildert in ihrem Bestseller das persönliche, emotionale, religiöse, kulturelle, kirchliche und politische Geflecht, in dem sich Luther bewegte und das ihn bewegte. Er wurde – teils wider Willen – zur Schlüsselfigur einer Epoche, die von humanistischen, politischen, kirchlichen und theologischen Reformideen durchsetzt war, deren Wurzeln teils hundert Jahre vor Luther zurückreichen. Zugleich erkannte Luther die Chance, viele Ansätze und Motive der Reformwilligen zu bündeln und sich an die Spitze der Bewegung zu stellen. Roper schildert das eingehend, doch die »innere Welt« Luthers wird nur indirekt sichtbar, durch Texte und Bilder von Zeitzeugen, vor allem aber durch Zeugnisse seiner teils grandiosen Selbststilisierung. Luthers Antijudaismus nennt Roper unverblümt Antisemitismus. In seinem undifferenzierten Kampf gegen die freiheitsbedürftigen Bauern, gegen Papst und gegen die Türken muss man Luther in heutiger Terminologie einen Hassprediger nennen.

Für Michael Lösch, Sohn eines evangelischen Pfarrers und Schriftstellers, ist

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