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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2015
»Macht Wirbel!«
Wie der Papst die Kirche aufmischt
Der Inhalt:

Haben wir etwas dazugelernt?

von Konrad Weiss vom 09.11.2015
Der 9. November bleibt für immer der Tag der Maueröffnung. Aber auch der Tag des Pogroms im Jahr 1938. Das Gedenken ist ein guter Grund, um zu fragen: Wie steht Deutschland heute da? Ist die Demokratie in diesem Land gefestigt?
Lebendige Erinnerung: Am früheren Grenzübergang Bornholmer Straße in Berlin dokumentieren Fotowände die Ereignisse des 9. November 1989 (Foto: pa/dpa/Stephanie Pilick)
Lebendige Erinnerung: Am früheren Grenzübergang Bornholmer Straße in Berlin dokumentieren Fotowände die Ereignisse des 9. November 1989 (Foto: pa/dpa/Stephanie Pilick)
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In meinem Arbeitszimmer hängt seit Jahren ein Bild, das ein Fotograf in der Nacht des 9. November 1989 aufgenommen hat. Es zeigt meine Frau, meine Tochter und mich inmitten vieler Menschen und Autos auf der nächtlichen Bornholmer Brücke in Berlin. Zuweilen nehme ich das Foto von der Wand und betrachte es mit der Lupe, sehe die vielen glücklichen Gesichter, sehe mein glückliches Gesicht.

9. November 1989: Augenblicke voller Friedlichkeit

Diese Nacht der Maueröffnung, das war die erste Nacht des Friedens. Die erste Nacht des Friedens nach dem Krieg, die erste Nacht des Friedens nach zwei Diktaturen. Die Betonbarrieren, der Stacheldraht, die Zäune, Gitter, Mauern waren innerhalb weniger Minuten sinnlos geworden und würden es bleiben. Es waren Augenblicke so voller

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