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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2015
»Macht Wirbel!«
Wie der Papst die Kirche aufmischt
Der Inhalt:

Todeszone für Indigene

Globalisierung auf Philippinisch: Die Bergbaukonzerne warten, bis das Militär die Einheimischen vertrieben hat. Die Kirchen protestieren mutig

Die Philippinen gehören zu den rohstoffreichsten Ländern Asiens. Die ökonomischen Wachstumsraten sind beeindruckend. Doch wer tiefer blickt und sich in den unsichtbaren Maschinenraum des Kapitalismus vorwagt, erschrickt über die Ausbeutung der Arbeiter und die Brutalität gegenüber den Indigenen. Ich habe im Oktober auf Mindanao, der größten Insel der Philippinen, ein Flüchtlingslager besucht, in dem etwa 3000 Indigene, die der Bevölkerungsgruppe der Lumad angehören, Schutz suchten. Sie hatten ihre 26 Siedlungen fluchtartig verlassen, nachdem drei ihrer Führer vor den Augen der zusammengetriebenen Dorfbevölkerung getötet wurden. Auf einem Sportplatz campieren sie nun unter Plastikplanen, ohne Strom, ohne Wasser. 700 Flüchtlinge, die schon Wochen zuvor ihre Heimat verlassen mussten, fanden Schutz bei der evangelischen United Church of Christ im Süden des Landes. Sie alle wurden vertrieben, weil sie sich gegen Bergbauprojekte zur Wehr setzten.

Die Lumad leben mit ihren Gemeinschaften auf einem Boden, der Begehrlichkeiten weckt. Weil sie sich weigern, ihr Land zu verkaufen, werden sie vom Militär drangsaliert. Ihre autonomen Schulen, an denen Kultur und Sprache bewahrt werden, wurden geschlossen. Man bezichtigt sie der Kollaboration mit Terroristen. Denn für die Militärs gilt schlicht als terroristisch, wer sich der Gier der Konzerne nach Land und Bodenschätzen widersetzt. »Die Bergwerks konzerne wollen unser Land. Doch wir werden widerstehen. Denn Land ist Leben!« So formuliert es eine Sprecherin der Frauen auf einer Protestveranstaltung.

Lange wollten Regierung und Medien das Massaker und die Flucht der Menschen verschweigen. Doch die katholische Kirche und der