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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2015
»Macht Wirbel!«
Wie der Papst die Kirche aufmischt
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

Danny Michelsen/Franz Walter
Unpolitische Demokratie
edition suhrkamp. 412 Seiten. 16 €

Es kommt selten vor, dass ein Autor sich für sein Fachchinesisch entschuldigt. Der Par teienforscher Franz Walter tut es – und gelobt Besserung. Die Fragen jedoch, die er mit seinem Mitarbeiter Danny Michelsen aufwirft, sind brisant: Hat sich die repräsentative Demokratie überlebt? Sind Wahlen nur noch Rituale? Herrschen nicht mehr die Parlamente, sondern Finanzmärkte und Experten? Ist es vielleicht sogar besser, wenn undemokratisch, aber im Sinne des Gemeinwohls entschieden wird? Die Autoren sehen viele Zeichen für eine Entkernung der Demokratie. Den Egoismus der »Wutbürger« und den Linkspopulismus der Occupy-Bewegung werten sie ebenfalls kritisch. Lesenswert. Josef Ohler

Sabine Lenz
Die Fähigkeit zu sterben
Rowohlt. 206 Seiten. 17,95 €

Eine Frau im mittleren Alter erfährt von ihren Ärzten die Diagnose Darmkrebs. Sie sucht daraufhin den Kontakt zu einer Psychoonkologin, die in der Klinik anbietet, wozu Ärzte und Pflegepersonal keine Zeit haben. Diese Psychologin ist die Autorin des Buches und erzählt aus ihrer Praxis: Geschichten von Menschen, die sie während ihrer Krankheit begleitet hat. Menschen, die freiwillig ihren Dienst in Anspruch nehmen, weil sie reden wollen über ihr Leben, ihre Ängste, ihre Hoffnungen, aber auch über das Sterben. Vorgefertigte Therapiepläne hat Sabine Lenz nicht. Sie lässt sich auf die einzelnen Menschen ein, die ihr vertrauen. »Geschichten von den Lebensrändern« will die Autorin den Lesern nahebringen. Denn die meisten ihrer Patienten haben keine Chance auf Heilung. Dennoch arrangieren sie sich oft mit ihrem Krebs, wie zum Beispiel der alte Mann, dessen Arm amputiert wird, weil sich dort ein Tumor eingenistet hat. Ganz gefasst geht er diesem neuen Leben mit Behinderung entgegen. Manchmal lernt die Therapeutin von ihren Patienten. Sie bewundert ihren Mut – trotz allem –, leben zu wollen. Dennoch stellt sie sich auch der grundsätzlichen Frage: Wollen sie weiterleben oder lieber sterben? Viele wollen sterben und reden davon. Das Buch gibt einen guten Einblick in die Arbeit der Psychoonkologie und vermittelt Hoffnung: Da ist eine, der kann ich alles erzählen, und sie lässt mich m

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