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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2015
»Macht Wirbel!«
Wie der Papst die Kirche aufmischt
Der Inhalt:

M
wie Museum: Keine Schäferidylle

von Kerstin Söder vom 06.11.2015

Hersbruck. Geruhsames Hirtenleben? Das Deutsche Hirtenmuseum in Hersbruck räumt auf mit allzu idyllischen Vorstellungen: Peitschen, Musikinstrumente oder Regenkleidung aus Stroh zeigen den Alltag der Hirten bis in die 1960er-Jahre. Französische Hirten führten ihre Tiere sogar auf Stelzen durch Moor- und Hügellandschaften. Steinschleudern zur Wildtierabwehr sind ebenso zu sehen wie Stachelhalsbänder für Hirtenhunde zum Schutz vor Wolfsbissen. Hirtenflöten aus aller Welt liegen in den Vitrinen. Die Schellenbögen wurden aus Nussbaum- oder Eschenholz gebogen und kunstvoll bemalt. An ihnen hingen genau aufeinander abgestimmte Glocken oder Schellen. So war jede Herde an ihrem eigenen harmonischen Klang zu erkennen. Schön ist auch die Sammlung von Hirtenstöcken, dem Wahrzeichen des Berufs: Je nach Weidelandschaft ist der Stock mit Schaufeln, Haken und kunstvollen Griffen ausgestattet. In der Dauerausstellung »Mensch und Tier« erleben junge Besucher anschaulich und greifbar die Beziehung zwischen Mensch und Nutztier: Hier werden Lederarten erspürt, Wolle getastet und gekämmt und die eigene Körperkraft im Ochsenjoch erprobt. Pädagogische Programme und ein kleines Café runden das Museumsangebot ab.

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