Der Islam, dein Feind und Helfer
Neulich noch schien alles so einfach: Deutschland, geprägt vom Christentum und dem Zeitalter der Aufklärung, hatte sich mit der Religion im Land gut eingerichtet. »Die Religion« war vor allem christlich, und der Staat war dankbar für ihre Existenz. Man hatte entschieden, sich in getrennten Sphären aufzuhalten, sich gegenseitig nicht wehzutun, sondern sich immer wieder aufeinander zu beziehen. Bis heute lobt so manche Verfassung eines Bundeslandes ausdrücklich jene »christlichen Werte«, auf die sich seine Politik bezieht. Staatsakte kommen kaum ohne Vertreter der beiden großen christlichen Konfessionen aus. Sie werden geschätzt und gebraucht. Und sei es nur, um ein Werte-Vakuum zu füllen, das der säkulare Staat bisweilen spürt. Jetzt aber ist alles anders geworden. Zu den etwa vier bis fünf Millionen Muslimen, die seit Jahren in Deutschland leben (genaue Zahlen kennt man nicht, weil es keine autorisierten Mitgliedszählungen wie in den Kirchen gibt), kommen monatlich durch Flucht und Vertreibung aus vielen Ländern Tausende hinzu. Bald werden sechs Millionen Muslime hier leben. Oder sieben. Vielleicht auch acht oder zehn.
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