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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2015
»Macht Wirbel!«
Wie der Papst die Kirche aufmischt
Der Inhalt:

NACHGEFRAGT: Warum ein europäischer Kirchentag?

Fragen an den Grünen-Politiker Sven Giegold, der ins Kirchentags-Präsidium gewählt wurde

Herr Giegold, Sie wurden in das Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags gewählt. Welche Ziele verfolgen Sie dabei?

Sven Giegold: Ich engagiere mich seit Jahren für die Idee eines europäischen Kirchentags. Das will ich vor allem vorantreiben. Wir haben bestens organisierte Lobbygruppen der Wirtschaftsverbände in Europa, doch die Zivilgesellschaft und auch die Kirchen hinken hinterher. Es gibt europäische Dachverbände von Kirchen – die Christenheit jedoch, die trifft sich europäisch nie. Ich möchte, dass sich Laien über die Grenzen hinweg europaweit treffen.

Nun gibt es in Europa viele orthodoxe, pfingstlerische, anglikanische, charismatische, evangelische oder katholische Kirchen.

Giegold: So ein europäischer Kirchentag kann nur bunt und vielfältig sein. Er darf sich von außen keine Grenzen aufdrängen lassen. Die Verschiedenheiten muss man aushalten, aber gleichzeitig auch kritisch diskutieren dürfen. Auf diesen Prinzipien müsste ein europäischer Kirchentag beruhen. Klar ist, dass ein europäischer Kirchentag nur als ökumenischer Kirchentag Sinn macht. – Wenn die Bischöfe die Organisation übernehmen, wird solch ein europäischer Kirchentag vermutlich niemals stattfinden. Deshalb muss die Organisation stark in der Hand von Laien sein – ähnlich wie beim Evangelischen Kirchentag.

In Brüssel arbeiten kirchliche Dachverbände wie die anglikanisch-evangelisch-orthodoxe Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) oder COMECE, die Vereinigung der katholischen Bischofskonferenzen in der EU. Wie erleben Sie diese Akteure?

Giegold: Ich habe diese Organisationen oftmals als die einzig