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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2015
»Macht Wirbel!«
Wie der Papst die Kirche aufmischt
Der Inhalt:

Es geht auch ohne

Oslo und Kopenhagen zeigen, wie man Autos aus der Stadt drängt

VW-Skandal hin oder her – die deutschen Politiker denken offenbar nicht ansatzweise daran, die autozentrierte Verkehrspolitik zu verändern. In Berlin wird allenfalls darüber sinniert, wie stark die Testergebnisse für den Verbrauch von Autos von der Wirklichkeit abweichen dürfen.

Viele Städte lassen sich lieber von der Europäischen Union verklagen, als konsequent Umweltzonen einzuführen und stinkende Autos auszusperren, um die Menschen zu schützen. Und ebenso selten fördern Städte Radwege, die den Autos Platz wegnehmen. In München hat die Stadtverwaltung gerade wieder entschieden, dass Radstreifen auf keinen Fall Parkplätze oder gar eine Autospur verdrängen dürfen. Also müssen die Radwege enger werden, auch wenn die Unfallgefahr für die Radler weiter steigt.

Wie es anders geht, zeigt das europäische Ausland. Gerade hat die norwegische Hauptstadt Oslo beschlossen, dass ab 2019 keine Privatautos mehr in die Innenstadt fahren dürfen. Eine City-Maut gibt es schon.

Auch wer nach Kopenhagen fährt, sieht den großen Unterschied zu Deutschland: Nur wenige Autos verparken die Straßen. Dazu trägt eine 180-prozentige Fahrzeugsteuer bei – aber auch gut ausgebaute Radwege und Bahnen. Bis 2025 soll die Stadt CO2-neutral sein. Das will sie vor allem durch Windkraft und Erdwärme erreichen, aber auch mit Elektroautos und dadurch, dass die Kopenhagener mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zur Arbeit fahren.

Von solch hohen Zielen sind die deutschen Städte weit entfernt. Sie besorgen meist das Geschäft der Automobilkonzerne und räumen dem Individualverkehr absoluten Vorrang ein. Solange sich diese geistige Abhängigkeit vom Auto nicht ändert, kann aus Abgas-Skandalen nichts