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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2019
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Der Inhalt:

Christus mit Rechtsdrall

Die Wahl von Jair Bolsonaro zum Präsidenten Brasiliens hängt auch mit dem radikalen religiösen Wandel im Land zusammen. Der offene und liberale Katholizismus hat seine Prägekraft verloren. Heute dominieren Evangelikale und Charismatiker
Christus-Statue in Rio de Janeiro: Die brasilianische Kultur ist von Religion durchdrungen, doch unter den Gläubigen gibt es einen rasanten Wandel, der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung wird kleiner, evangelikale und pfingstlerische Kirchen wachsen schnell (Foto: pa/Reuters/Domingos)
Christus-Statue in Rio de Janeiro: Die brasilianische Kultur ist von Religion durchdrungen, doch unter den Gläubigen gibt es einen rasanten Wandel, der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung wird kleiner, evangelikale und pfingstlerische Kirchen wachsen schnell (Foto: pa/Reuters/Domingos)

Unmittelbar nach seiner Wahl zum Präsidenten der Republik Brasilien am 28. Oktober 2018 hielt Jair Messias Bolsonaro eine erste Rede. Vor sich eine Bibel und die Verfassung, bedankte er sich mehrfach bei Gott und gab seinem Wahlsieg eine religiöse Deutung: »Unseren Slogan habe ich bei dem geholt, was wir den Werkzeugkasten für Mann und Frau nennen, und das ist die Heilige Bibel. Wir waren bei Johannes 8, 32: Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.«

Bolsonaro, offiziell katholisch, hatte sich im Mai 2016 von Pastor Everaldo Pereira, zugleich Vorsitzender der Christlich Sozialen Partei PSC (Partido Social Cristão), im Jordan (wieder-)taufen lassen. Damit wollte sich Bolsonaro die Sympathien der evangelischen und evangelikalen Christen sichern. Mit Erfolg, denn er wurde der erste