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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2019
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Der Inhalt:

Fragen einer Ex-Ordensfrau

Doris Wagner über einen Rücktritt in der vatikanischen Glaubenskongregation

Doris Wagner, ehemalige Ordensfrau in der theologisch konservativen Gemeinschaft »Das Werk«, hat den Rücktritt von Pater Hermann Geißler von seinem Amt als Chef der Lehrabteilung der vatikanischen Glaubenskongregation mit gemischten Gefühlen wahrgenommen. Doris Wagner hatte Geißler, der auch Mitglied des »Werks« ist, vorgeworfen, sie während der Beichte sexuell belästigt zu haben. In ihrem Buch »Nicht mehr ich« berichtete sie von Demütigung und sexuellen Übergriffen (siehe Publik-Forum 8/2016). Geißler wurde zwar nicht namentlich genannt, war aber aufgrund seiner Funktion identifizierbar. »Auf der einen Seite bin ich natürlich erleichtert«, sagte sie im Interview mit Publik-Forum am Tag der Bekanntgabe seines Rücktritts. Sie habe nicht mehr damit gerechnet. Auf der anderen Seite frage sie sich, warum der Rücktritt gerade jetzt erfolge und warum in der vatikanischen Erklärung von »laufenden Verfahren« die Rede sei. Das Verfahren in ihrem eigenen Fall sei bereits 2014 abgeschlossen worden. Damals habe der Pater die Tat zugegeben, sich entschuldigt und sei ermahnt worden. Einfluss auf seine Karriere hatte das nicht. Sanktionen blieben aus. »Gibt es da noch weitere Opfer, die sich jetzt erst gemeldet haben?«, fragt sich Wagner irritiert. »Oder wurde mein Verfahren noch einmal aufgerollt? Und wenn ja – warum weiß ich davon nichts?« Wagner, die soeben ihr neues Buch »Spiritueller Missbrauch in der katholischen Kirche« herausgegeben hat, kritisiert vor allem die anhaltende Intransparenz der katholischen Kirche.