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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2019
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Der Inhalt:

Der Stoff, aus dem Geschichten sind

Ausstellung. Ulla von Brandenburgs Werke sind bühnenreife Inszenierungen: zugleich poetisch und weltverbunden. Oft ziehen sie ihre visuelle Kraft aus der Schönheit von Stoffen. Wiederkehrendes Element sind Quilts, die aus unterschiedlichen Stoffen zusammengenäht werden und in zahlreichen Kulturen zu finden sind. Die Quilts wurden über Generationen weitergegeben und so zu einer Art Landkarte der Familienhistorie, denn häufig haben die verarbeiteten Stoffe eine Geschichte. Auch zur Zeit der Sklaverei in den USA spielten die Quilts eine Rolle: Muster, Zeichen und Farbe dienten als geheime Codes, um Sklaven in die Freiheit zu geleiten. Die Künstlerin findet auch andere Mittel, um die Grenzen zwischen Kunst und Leben verschwimmen zu lassen: Für die aktuelle Ausstellung in der Whitechapel Gallery London und dem Kunstmuseum Bonn machte sie den Film »Sweets Feast«, für den sie einen bizarren Skandal aus dem Jahr 1973, als Großbritannien der EU beitrat, reinszenierte: Damals endete eine Süßigkeiten-Ausstellung in der Londoner Whitechapel Art Gallery überraschend: Fünfhundert Kinder aus dem ärmlichen Viertel sollten von bereitgestellten Süßigkeiten naschen – fielen aber über die gesamte Ausstellung her, die aus süßen Leihgaben aus ganz Europa bestand.