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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2019
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Der Inhalt:

Karger Lohn eines langen Lebens

Sozialminister Hubertus Heil fordert eine Grundrente gegen Altersarmut. Das wäre ein erster Schritt zur Lösung eines Problems, das viele in Politik und Wirtschaft immer noch kleinreden. Dabei wäre Armut im Alter vermeidbar

Endlich präsentiert SPD-Sozialminister Hubertus Heil einen Vorschlag gegen Altersarmut: Wer mindestens 35 Jahre sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat, soll künftig eine Grundrente erhalten, die über der heutigen Grundsicherung liegen soll. Dabei werden Zeiten der Pflege und Kinderziehungszeiten angerechnet. Diese Grundrente soll aus Steuern finanziert werden. Zwar wird auch die Grundrente das Problem der wachsenden Altersarmut nicht ganz vermeiden. Bemerkenswert ist der Vorschlag trotzdem.

Denn in der Debatte über Altersarmut geistert immer der gleiche Satz durch die Gazetten: Altersarmut ist kein aktuelles Problem. Von der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles über Gesundheitsminister Jens Spahn oder Franz Ruhland, ehemaliger Chef der Deutschen Rentenversicherung, bis zu Brigitte Loose, Leiterin des Forschungsnetzwerks Alterssicherung und Michael Hüther vom Institut der Deutschen Wirtschaft, sind sich scheinbar alle einig: Die Angst vor Armut im Alter wird übertrieben.

Die Begründung klingt zunächst überzeugend. Von rund achtzehn Millionen Menschen im Rentenalter erhalten derzeit »nur« drei Prozent Leistungen der Grundsicherung im Alter, die dem Hartz-IV-Niveau entspricht. Das ergibt folgende Gleichung: Drei Prozent Grundsicherungsbezug = drei Prozent Altersarmut = Altersarmut ist kein Problem.

Die Wirklichkeit sieht anders aus: Altersarmut ist ein aktuelles Problem, das sich in Zukunft deutlich verschärfen wird, wenn die politischen Weichen nicht neu gestellt werden. Denn: Nur eine Minderheit der Anspruchsberechtigten stellt überhaupt einen Antrag auf Leistungen der Grundsicherung im Alter. Auß