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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2019
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Der Inhalt:

Von Monstern und Mäusen

Pop. Keiner besingt das (West-) Berliner Lebensgefühl so schön lakonisch wie Sven Regener. Der Frontmann von Element of Crime, auch bekannt durch Romane wie »Herr Lehmann« und »Neue Vahr Süd«, wirkt wie ein mürrisch-melancholischer Stadtspaziergänger, dessen ironische Beobachtungen sich auf geniale Weise in Musik verwandeln – so auch auf dem neuen Album der Band. Die Hommage an die Berliner U-Bahn, an die aus der Zeit gefallenen Trinker, an Partygänger oder mysteriöse Frauen: All das ist nicht neu. Und doch wirken die zwölf Songs frisch und originell. Auch musikalisch kommt keine Langweile auf: Durch üppige Streicherarrangements fallen die Chansons opulenter aus. Mal drängt sich eine aufgekratzte Blaskapelle in den Vordergrund, mal findet man Anleihen an Soul, Folk und Wiener Schrammelmusik – und ist im nächsten Moment allein mit Regeners knarziger Lyrik. Das Großartige dabei: Was so unsortiert und leicht dahingeworfen scheint, kreist immer wieder um das Motiv der Vergänglichkeit. Die sei ja, so Regener in einem Interview, die »große Kränkung« des Menschen. Aber dafür »haben wir ja die Kunst, um uns damit zu versöhnen«.Oder eben diesen so augenzwinkernden wie hintergründigen Kommentar zur condition humaine.