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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2019
Die Spenden-Optimierer
»Effektive Altruisten« unterstützen Projekte nur nach strengem Kalkül. Sinnv
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

Adam Rutherford
Eine kurze Geschichte
von jedem, der jemals gelebt hat

Rowohlt. 464 Seiten. 16,99 €

Menschen lieben einfache Erklärungen in einer komplexer werdenden Welt. Die Genetik bietet sich scheinbar an: rote Haare, Konzentrationsschwäche oder gar ein Hang zum Mord? Es sind die Gene. Rutherford hält dagegen: Es besteht immer die Versuchung, an »simplen Storys« festzuhalten, anstatt »in die wunderbare Komplexität einzutauchen, die das menschliche Dasein ausmacht«. Intelligent und humorvoll führt er in die Vielschichtigkeit unseres Daseins ein, zeigt, wie mit der Genetik die Geschichte des Lebens nicht einfacher, aber verständlicher wird. Gut lesbar informiert er über eine Wissenschaft und ihre soziale Dimension. Längst ist nicht alles verstanden, ist Genetik wie jede Wissenschaft eine revisionsbedürftige Näherung an die Wirklichkeit. Eines aber zeigt sie deutlich: So etwas wie »Rasse« als Merkmalsbündel von Menschengruppen, die gern zur Be- und Abwertung solcher Gruppen herangezogen wird, gibt es nicht. Arne Manzeschke

Rupert Sheldrake
Die Wiederentdeckung der Spiritualität
O. W. Barth. 288 Seiten.19,99 €

Der Autor, Biologe, einst Atheist, jetzt anglikanischer Christ, zeigt in seinem Buch religiösen und nichtreligiösen Menschen Wege auf, bewährte spirituelle Praktiken in ihr Leben zu integrieren. Sieben davon stellt er vor: die Meditation, die Pflege der Dankbarkeit, den Kontakt mit der »mehr-als-menschlichen-Welt«, die Beziehung zu Pflanzen, die Ausübung von Ritualen, das Musikhören und -machen und das Pilgern. Sheldrake wirbt für diese spirituellen Bräuche, weil sie »unser Leben bereichern und unser Gefühl der Verbundenheit stärken können – ob mit anderen Menschen oder dem Leben und Bewusstsein jenseits der menschlichen Ebene«. Auch die Gesundheit werde damit gefördert. Heftig attackiert der Autor den wissenschaftlichen Materialismus und Szientismus, weil beide die Existenz von Geist und Bewusstsein außerhalb des Gehirns leugnen. Sheldrake sympathisiert mit einer Art magischer Sicht auf die Welt, die ein göttliches Eingreifen in die Naturgesetze nicht ausschließt. Sieht so eine aufgeklärte Religiosität aus, die er in seinem Buch empfiehlt? Er selbst sieht doch die moderne Aufgabe, die »Wissenswelt und die Be

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