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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2019
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Der Inhalt:

Der Fall Heckler & Koch

Kurz vor dem Urteil: Fragen an den Rüstungsexperten Jan van Aken zu illegalen Waffendeals

Publik-Forum: Im Prozess gegen fünf Ex-Mitarbeiter des Rüstungskonzerns Heckler & Koch hat die Staatsanwaltschaft jüngst ihr Plädoyer gesprochen. Den Angeklagten wird vorgeworfen, Tausende G36-Sturmgewehre in Unruheregionen nach Mexiko geliefert zu haben. Ist die Forderung der Staatsanwaltschaft angemessen?

Jan van Aken: Die Staatsanwaltschaft fordert die Verurteilung von drei der fünf Angeklagten, das finde ich im Prinzip richtig. Der ehemalige Heckler-&-Koch-Manager Peter B., der frühere Vertriebschef Ingo S. sowie die Sachbearbeiterin Marianne B. sollen zwischen 22 und 33 Monate Haft bekommen. Unmöglich finde ich, dass für einen der führenden Köpfe, Peter B., eine Freiheitsstrafe auf Bewährung gefordert wird. Als Begründung wird seine »besondere Lebensleistung« angeführt, die sich strafmindernd auswirke – er war vor seiner Tätigkeit bei Heckler & Koch Landgerichtspräsident. Das ist Herrschaftsjustiz! Eine Sauerei ist auch, dass die Sachbearbeiterin genauso lange sitzen soll wie der Vertriebschef. Es geht nicht, dass man die Großen laufen lässt und die Kleinen rannimmt!

Das heißt, es wurden drei Sündenböcke auserkoren, das Unternehmen Heckler & Koch aber bleibt weitestgehend unangetastet?

van Aken: Heckler & Koch hat versucht, genau diese Strategie zu fahren, ist damit aber nicht durchgekommen. Ganz wichtig ist, dass die Firma eine empfindliche Geldstrafe zahlen soll. Die Staatsanwaltschaft hat gefordert, dass der gesamte Verkaufspreis der Gewehre, die unzulässigerweise in Unruheregionen in Mexiko geliefert wurden, einbehalten wird – 4,1 Millionen Euro.