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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2019
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Der Inhalt:

Streitfragen zur Zukunft Sind die Menschenrechte universell?

vom 08.02.2019
Leserstimmen Der US-Jurist Abdullahi Ahmed An-Naim sagte »Nein«, Lisa Heemann, Generalsekretärin der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen, sagte »Ja«. Nun drucken wir Ihre Zuschriften ab

Seit ihrer Verabschiedung 1948 ist die Erklärung der Menschenrechte umstritten, nicht zuletzt, weil sie zunächst ein Ideal darstellt, aber nur eine unverbindliche Empfehlung ist, die jeder Mitgliedstaat der UNO nach eigenem Gutdünken in staatliche Rechtsnormen umsetzen kann. Abdullahi An-Naim und Lisa Heemann treffen sich, so scheint mir, letztlich irgendwo in der Mitte, denn so, wie sie dastehen, sind die Menschenrechte keineswegs universell verwirklicht, und doch wirken sie überall, sozusagen als Sauerteig. Die Diskussion, ob die Liste der dreißig Artikel vollständig sei, dauert an. Und selbst vielen Vertretern der westlichen Welt scheint unbekannt, dass in Artikel 23 steht: »Jeder hat das Recht auf Arbeit, …« Und wie steht es mit dem Recht auf Freizügigkeit (Artikel 13), wenn Afrikaner nach Europa wollen? Karl-Heinz Haid, Isny

Menschenrechte sind universell, und zu den Menschen zählen Männer, Frauen und Kinder. Der Weg, wie ihn Lisa Heemann beschreibt, ist mühsam, aber notwendig. Bei Abdullahi An-Naims Vorschlag wird billigend in Kauf genommen, dass Frauen erst über ihr weiteres Opfersein dazu kommen könnten, dass ihnen die Menschenrechte zugebilligt und gewährt werden. Das wäre fatal. Hanna Leinemann, Publik-Forum online

Die Frage nach den Menschenrechten hat inzwischen in Österreich eine spezielle Wendung genommen, seit Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) die EU-Menschenrechtskonvention in Hinblick auf das Thema Flüchtlinge infrage stellte. Zum Artikel selbst: Vielleicht haben die Erfahrungen aus der dunkelsten Phase des vorigen Jahrhunderts gerade in Europa dazu geführt, die Menschenrechte vor diesem Hintergrund als universellen Anspruch zu definieren. Vielleicht bin ich zu europäisch-westlich geprägt, aber ich halte die Vereinbarungen in der UNO zu den Menschenrechten für etwas, das gerade all jenen wünschenswert erscheinen dürfte, denen sie vorenthalten werden. Die Rolle von Regierungen – ob in Europa oder anderswo – halte ich für massiv von Kapital- und Machtinteressen geprägt. Es ist auch eine Schande, wie westliche Regierungen ihre selbst definierten Standards missachten. Georg Lechner, Publik-Forum online

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