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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2019
Die Spenden-Optimierer
»Effektive Altruisten« unterstützen Projekte nur nach strengem Kalkül. Sinnv
Der Inhalt:

»Solche Hilfe beseitigt das Elend nicht, sie verstetigt es«

Thomas Gebauer, Sprecher der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation Medico International, hält nicht viel vom Hilfskonzept der Effektiven Altruisten. Warum?

Publik-Forum: Herr Gebauer, Sie setzen sich seit Jahren für humanitäre Hilfe und Menschenrechte ein. Was halten Sie von der Idee des Effektiven Altruismus?

Thomas Gebauer: Nicht viel. Ich sehe darin einen bedenklichen Kult, der Menschen suggeriert, sie könnten die Probleme der Welt lösen, ohne hinzusehen, woher diese Probleme kommen. Bei den Effektiven Altruisten wird nicht gefragt, warum Millionen von Menschen auf der Welt unnötig sterben. Sondern nur, wie man eine praktische Lösung für dieses Problem findet. Ihre Vordenker wie etwa der Philosoph Peter Singer, fragen nicht nach den notwendigen strukturellen Veränderungen zur Lösung des Elends in der Welt, sondern immer nur danach, wie man sich im Rahmen des Bestehenden mit den Dingen arrangiert.

Können Sie das Anliegen dieser Bewegung gar nicht nachvollziehen?

Gebauer: Ich kann das Anliegen, sich für Gerechtigkeit einzusetzen, immer nachvollziehen! Dabei muss ich mir aber auch die Wirkung meiner Hilfe vor Augen führen. Gerade wenn ich so stark auf Effizienz setze und ständig mit betriebswirtschaftlichen Kennziffern ankomme – gerade dann muss man doch auch wahrnehmen, wie ineffektiv diese Hilfe bleibt, wenn sich die Ursachen nicht ändern. Solche Hilfe verstetigt ein Elend, sie beseitigt es nicht.

Woran machen Sie diese Kritik fest?

Gebauer: Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Zusammen mit vielen anderen Organisationen hat Medico International vor einigen Jahren eine weltweite Kampagne zum Verbot von Landminen lanciert, die sehr erfolgreich war und ein Völkerrechtsabkommen zum