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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2013
Die Kraft der Stille
Der Inhalt:

Mehr als nur Gefeilsche ums Klima

von Bernhard Pötter vom 11.11.2013
Am heutigen Montag beginnen die UN-Klimaverhandlungen in Warschau. Vertreter von rund 190 Nationen sollen gemeinsam den Vertrag vorbereiten, der die Welt vor dramatischen Veränderungen bewahren würde. Wird das gelingen? Der Erfolg entscheidet sich nicht nur in Polen. Auch zu Hause ist Druck auf die Politiker nötig
Die Welt muss aufhören, den Regenwald abzuholzen, sie muss in nachhaltige Städte und Landwirtschaft investieren und in schadstoffarme Fortbewegungsmittel, doch bisher fürchten fast alle Staaten, durch Klimaschutz mehr zu verlieren als zu gewinnen  (Foto: pa/Wildlife/M.Carwardine)
Die Welt muss aufhören, den Regenwald abzuholzen, sie muss in nachhaltige Städte und Landwirtschaft investieren und in schadstoffarme Fortbewegungsmittel, doch bisher fürchten fast alle Staaten, durch Klimaschutz mehr zu verlieren als zu gewinnen (Foto: pa/Wildlife/M.Carwardine)

»Klimakonferenz? Nicht schon wieder!« Nur mühsam unterdrücken Politiker, Journalisten und – ehrlich gesagt – auch viele Umweltschützer diesen Seufzer zum Jahresende, wenn wieder ein UN-Klimagipfel, diesmal in Warschau, ansteht. Aus der Aufbruchstimmung von Rio 1992 und Kyoto 1997 und der ultimativ angekündigten (und dann gescheiterten) Weltrettung in Kopenhagen 2009 ist bleierne Müdigkeit geworden. Muss man für diese Treffen Tausende von Diplomaten, Lobbyisten und Journalisten in die Flugzeuge steigen lassen?

Die Antwort heißt: »Ja plus«. Die Verhandlungen sind nötig, auch wenn sie nicht die Welt retten. Aber es braucht mehr als das hirnerweichende nächtelange Gefeilsche: nämlich Druck von unten, Entscheidungen von oben, Mut von allen.

»Ja«: Nur auf diesen Konferenzen wird öffentlich über das Klimaproblem und seine Lösungen gestritten. Nur hier haben die armen Staaten, die Betroffenen und Umwelt- und Entwicklungsgruppen eine Bühne, die sie in Geheimverhandlungen zwischen China, den USA und der EU nicht haben. Nur hier müssen sich die großen Verschmutzer moralische Anklagen gefallen lassen. Und nur hier werden Regeln und technische Standards beschlossen, die das Klimaproblem überhaupt lösbar machen.

Die Klimadiplomatie ist besser als ihr Ruf

»Ja«: Die Klimadiplomatie ist besser als ihr Ruf. Die Treibhausgas-Emissionen der Industrieländer sind auch wegen des Kyoto-Protokolls zurückgegangen; viel Geld ist in die Entwicklungsländer geflossen, und grüne Techniken wie die Solarenergie sind zur Marktreife entwickelt worden. Inzwischen wollen sich alle Länder ab 2020 zu Obergrenzen für Emissionen verpflichten – undenkbar noch vor ein paar Jahren.

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