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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2013
Die Kraft der Stille
Der Inhalt:

Der Fußball öffnete Türen

von Bettina Röder vom 08.11.2013
Thüringer Verein rettet Waisenkindern im Kongo das Leben

Jürgen Hauskeller ist ein Fußballfan. Das half dem Waisenhaus-Projekt im Kongo weiter. Dorthin war der Thüringer Pfarrer mit seiner Frau Christine vom Bayerischen Missionswerk entsandt worden. Die beiden hatten für dreißig Dollar im Monat aus eigener Tasche einen Raum gemietet, in dem zwanzig Waisenmädchen lernen und ihre Freizeit verbringen konnten. Als im Juni 2006 die Zeit der Hauskellers im Kongo zu Ende ging, wollten sie das Projekt sichern. Dass daraus der Verein Hilfe für Menschen im Kongo erwachsen würde, der heute in dem bettelarmen Land neben regelmäßigen Schulgeld- und Gesundheitsspenden und vielen Kontakten noch Größeres vorhat, konnte keiner ahnen.

Jürgen Hauskeller vergisst diesen Tag in seinem Leben nicht. Es war ein glühend heißer Maitag mit vierzig Grad in der Sonne, drei Wochen vor der Fußball-WM in Deutschland. Über den Rasen hetzten Europas Botschafter in Kinshasa. Sie spielten gegen jene inzwischen sechzigjährigen Kongolesen, die 1974 als erste afrikanische Mannschaft bei der Fußball-WM in Deutschland dabei waren. Und Fußballfan Jürgen Hauskeller saß auf der Tribüne zufällig neben einer Botschaftsmitarbeiterin, die er schließlich überzeugen konnte, 10 000 Euro für das Vorhaben »Waisenhaus« zur Verfügung zu stellen.

Gerade drei Monate blieben nun, um ein neues Haus für die Mädchen zu bauen. Der Generaldirektor eines schwäbischen Sägewerkes im Kongo kam zu Hilfe. Dieter Haag bot an, ein Holzfertighaus zu bauen. Das Geld für das 1500 Euro teure Grundstück sammelte bei ihrer Goldenen Hochzeit eine befreundete Familie aus Sondershausen, wo Hauskeller 25 Jahre lang Pfarrer war. Und beim Zusammenbau des Hauses – die schweren Holzteile mussten einen Kilometer weit geschleppt werden, weil der Transporter nicht herankam – halfen viele mit. Am 10. September wurde eingeweiht: »Ein kongolesischer Rekord«, wie sich Christine und Jürgen Hauskeller freuen. Zwanzig Waisenmädchen leben hier.

Daheim in Thüringen wurde dann im Jahr 2007 der Verein Hilfe für Menschen im Kongo ins Leben gerufen, der inzwischen 200 Mitglieder deutschlandweit hat und dessen Vorsitzende Christine Hauskeller ist. Sein jüngster Plan: In Maluku, achtzig Kilometer von Kinshasa entfernt, soll am Kongoufer eine Grundschule für 240 Kinder, ein Gesundheitszentrum und ein Haus für ihre Schulspeisung entstehen. Ein Gebäude konnte

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