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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2013
Die Kraft der Stille
Der Inhalt:

Sister, carry on!

von Johanna Jäger-Sommer vom 08.11.2013
Bärbel Wartenberg-Potter will in aufrechtem Gang aus dem Dickicht der Kirchen herauskommen. Die Lebensgeschichte einer Bischöfin

Sister, carry on« – Schwester, mach weiter. So hieß das Spiritual, das ich Bärbel Wartenberg-Potter vor fünf Jahren zum Abschied für ihre Liedersammlung geschickt habe. Damals wurde sie als Bischöfin der Nordelbischen Kirche im Sprengel Lübeck/Holstein emeritiert, und die Liedersammlung wurde ihr beim fröhlichen Abschiedsfest mit vielen Weggefährtinnen und Freunden als Abschiedsgeschenk überreicht. Ich, die Katholikin, sprach sie, die evangelische Bischöfin, als »Schwester« an. Bärbel Wartenberg-Potter hat diese Anrede gern angenommen, waren doch Frauen und Ökumene ihre großen Anliegen.

Nun hat sie, Bärbel Wartenberg-Potter, tatsächlich »weitergemacht«. Zu ihrem siebzigsten Geburtstag im September 2013 ist ihre Autobiografie »Anfängerin« erschienen. Darin wird ein überaus vielgestaltiges, reiches Leben vor den Lesern ausgebreitet, ein Leben mit großen Höhen und großen Tiefen. Warum sie es geschrieben hat? Zur Selbstvergewisserung vor dem endgültigen Schritt ins Alter? Das würde nicht zu ihr passen. »Das Buch ist auch ein Glaubensbuch«, sagt sie mir im Gespräch. Sie hat nicht sich selbst, sondern die Lesenden im Blick. Als Seelsorgerin spricht sie, als Theologin, als Bischöfin. Sie will in kirchlich schwierigen Zeiten anderen vermitteln, was ihr selbst Kraft gegeben hat.

Als vierte von fünf Schwestern in der Pfalz geboren und aufgewachsen, bricht Bärbel Wartenberg-Potter bald auf in die große Welt, in die Missions- und Entwicklungsarbeit, in die Ökumene. Im Antirassismuskampf des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) ist sie besonders engagiert. In Genf wird sie Leiterin des »Women’s Desk« des ÖRK, der Abteilung Frau in Kirche und Gesellschaft; als Dozentin und Universitätspfarrerin geht sie nach Jamaika. Von einem Pfarramt in Stuttgart wechselt sie nach Frankfurt am Main, wo sie Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)wird. Und schließlich wählt die Nordelbische Kirche sie zur Bischöfin.

Antirassismus, Ökumene, Frauen – das sind die großen Themen, für die Bärbel Wartenberg-Potter sich einsetzt. Im Bischofsamt dann aber auch für Strukturreformen für die Fusion der Mecklenburgischen, der Pommerschen und der Nordelbischen Kirche zur einen Nordkirche.

Privat geht es nicht so ge

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