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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2013
Die Kraft der Stille
Der Inhalt:

»Ein furchtbares Ärgernis«

von Eva-Maria Lerch vom 08.11.2013
Nach dem Limburger Skandal lässt die Spendenbereitschaft nach. Was bedeutet das? Fragen an Caritasdirektor Hejo Manderscheid

? Herr Manderscheid, nach dem Finanzskandal um den Bischofssitz von Franz-Peter Tebartz-van Elst klagen viele kirchliche Hilfsorganisationen über den Rückgang ihres Spendenaufkommens. Wie sieht das bei der Caritas im Bistum Limburg aus?

! Wir haben Anhaltspunkte, dass die Spenden deutlich nachlassen. Genaue Zahlen werden wir aber erst nach Jahresende nennen können.

? Was sind das für Vorzeichen?

Einige Freunde und Unterstützer der Caritas haben erklärt, nicht mehr spenden zu wollen. Ein Großspender, der jährlich 250 000 Euro für die sozialen Aufgaben der Caritas überwiesen hat, hat angekündigt, dass er die Zuwendungen stornieren wird – zumindest erst mal für dieses Jahr. Angesichts der 31 Millionen, die am Limburger Bischofssitz verbaut wurden, hielt er seine Spende nicht mehr für angemessen. Auch in den Pfarreien verweigern manche Leute die Spende und sagen: »Holt euch das Geld doch vom Domberg!«

? Sind konkrete Projekte gefährdet?

! Nein. Für konkrete lokale Projekte, etwa Hospize, Obdachlosen- oder Stadtteilarbeit, wird gut und kräftig gespendet. Da gibt es eine klare und transparente Finanzierung, eine echte Vertrauensbasis.

? Was entgegnen Sie den Leuten, die sich nach diesem Desaster weigern, für kirchliche Sozialarbeit zu spenden?

! Ich kann das verstehen. Das Haus auf dem Domberg ist ein furchtbares Ärgernis – und auch nur die Spitze des Eisbergs eines intransparenten kirchlichen Finanzgebarens. Natürlich bin ich auch selbst verärgert. Trotzdem sage ich den Menschen: Haltet das auseinander, das sind verschiedene Töpfe. Wir als Caritas verwenden das Geld so, wie wir es darstellen, nämlich für die Benachteiligten. Unser Haushalt ist transparent und offen nachvollziehbar.

? Die Erregung um das Bischofshaus lenkt den Blick auch auf andere kirchliche Besitztümer. Könnten die sozialen Aufgaben nicht auch aus diesen Kassen finanziert werden?

! Das werden wir jetzt sehen. Die Auseinandersetzung über den teuren Bischofsbau ist ja auch deshalb so laut geworden, weil er so heftig mit dem Stil des Papstes kollidiert. Da zeig

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