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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2013
Die Kraft der Stille
Der Inhalt:

Der belagerte Planet

von Norbert Copray vom 08.11.2013
Die Gaia-Weltordnung versteht die Erde als Gesamt-Lebewesen
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Ross Jackson
Occupy World Street
Roadmap für den radikalen Wandel. Hirzel. 358 Seiten. 19,80 €

In der Finanzbranche geht es zu, als gäbe es keine Finanzkrise. Nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers wollten viele Politiker und Experten den globalen Kapitalismus gründlich verändern: Finanzmärkte und -produkte besser regulieren, wirtschaftliche Ungleichgewichte eindämmen, für mehr Transparenz und Kontrolle sorgen. Der Gipfel der zwanzig größten Industriestaaten versprach eine bessere internationale Koordination, eine effektivere Regulierung der Finanzmärkte, mehr Befugnisse für die internationalen Institutionen. Realisiert ist wenig davon, zu wenig. Erneut schaukeln billige Zinsen, toxische Finanzprodukte, Finanzeuphorie und politischer Unwille einander hoch. Das Casino hat wieder geöffnet.

»Wirtschaft war noch nie etwas anderes als getarnte Politik«, schrieb die US-amerikanische Zukunftsforscherin und Expertin für alternative Ökonomie Hazel Henderson schon 1981. Sie hat das Vorwort geschrieben zum neuen Buch »Occupy World Street« von Ross Jackson, der zunächst jahrelang als Devisen- und Fondsmanager für den Währungshandel arbeitete, ehe er zusammen mit seiner Partnerin Hildur Jackson den gemeinnützigen Gaia–Trust gründete.

Das Buch ist Analyse, Handbuch und Strategieplan zugleich für eine neue Art zu wirtschaften und Politik zu machen. Henderson: »Das Inspirierende an Occupy World Street ist eine ganzheitliche Vision einer Globalisierung, die die ›Entweder-oder‹- und ›Schwarz-Weiß‹-Logik einiger Antiglobalisierungsgruppen ablehnt.« Zugleich geht es um die »Ablehnung der heutigen engstirnigen und ideologisch begründeten Formen ökonomischer und technologischer Globalisierung. Die sozialen und ökologischen Schäden sind zu offensichtlich und gipfeln in einer Klimakatastrophe und im Artensterben«.

Wie sind individuelle Freiheit und örtliche sowie globale Verantwortung in eine gute Balance zu bringen? Jackson sieht seit etwa dreißig Jahren globale wirtschaftlich-politische Veränderungen, die als Folge eines »neoliberalen Experiments« dies erbracht haben: eine »beispiellose Verschlechterung der Umwelt, eine steigende Ungleichheit zwischen reichen und armen Ländern sowie innerhalb aller Länder, keine Steigerung des Wohlergeh

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