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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2013
Die Kraft der Stille
Der Inhalt:

»Spekulation ist nicht unser Geschäft«

von Andreas Otto vom 08.11.2013
Geht die katholische Kirche richtig mit ihrem Geld um? Fragen an den Geschäftsführer der »Aachener Grund«, Frank Wenzel

Herr Wenzel, in der »Aachener Grundvermögen Kapitalanlagengesellschaft«, die den fünf nordrhein-westfälischen Bistümern Aachen, Essen, Köln, Münster, Paderborn sowie dem Bistum Trier gehört, sehen viele einen Beleg für übergroßen Reichtum und profitorientiertes Handeln der Bistümer. Was antworten Sie den Kritikern?

Frank Wenzel: Gemessen an ihren Aufgaben und Verpflichtungen ist die katholische Kirche in Deutschland nicht reich. Leider wird in der öffentlichen Diskussion dieser Aspekt nicht deutlich genug dargestellt. Aber zu uns: Wir geben kirchlichen und anderen Institutionen die Gelegenheit, Geld anzulegen. Wir investieren es auf sehr konservative Weise in Gewerbeimmobilien in 1a-City-Lagen. Die Bistümer treffen damit Vorsorge für zukünftige Verbindlichkeiten wie Pensionen für ihre Mitarbeiter. Das ist gut vertretbar.

Wie erfolgreich ist denn Ihr Geschäftsmodell?

Wenzel: Seit 2006 ist das Fondsvolumen von 1,7 Milliarden Euro auf knapp 4,7 Milliarden Euro gewachsen. 800 Millionen Euro davon sind allerdings kreditfinanziert. Damit stammen also 3,9 Milliarden Euro von den Anlegern. Zwei Drittel des Geldes – also rund 2,6 Milliarden Euro – kommen von kirchlichen und ein Drittel von nichtkirchlichen Vermögensträgern. Insgesamt haben wir 2400 bis 2500 Anleger.

Geschäftshäuser auf der Düsseldorfer Kö oder in der Kölner City – eine rheinische Boulevard-Zeitung fragt in einer Schlagzeile: »Muss der Kirche das alles gehören?«

Wenzel: Eindeutig ja. Die Kirche muss damit rechnen, dass ihr künftig aufgrund der rückläufigen Mitgliederzahlen die Kirchensteuer auf dramatische Weise wegbrechen wird. Es bleiben aber kostenintensive Aufgaben – neben der Altersversorgung der Erhalt von Bauwerken oder Kosten für das Seelsorgepersonal. Ich finde es klug und richtig, in jetziger Zeit mit noch erheblichen Einnahmen vorzusorgen: Dies gelingt einerseits durch Sparen. Aber eben auch durch die Bildung von Rücklagen. Genau dafür arbeiten wir.

Da kommen aber ganz schöne Beträge zusammen …

Wenzel: Die auch notwendig sind. Es kann doch nicht richtig sein, dass plötzlich derjenige am Pranger steht, der für die Zukunft vorsorgt. Angesichts exorbitant gewachsener Staatsschulden zulasten zukünftiger Generationen haben wir un

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