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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2019
Abschied von Gandhi
150 Jahre nach seiner Geburt herrschen in Indien Gewalt und Fanatismus
Der Inhalt:

Wohnzimmer für die ganze Stadt

von Viola Rüdele vom 04.10.2019
Ode an die Lesefreude: Die Bibliothek Oodi in Helsinki gilt als derzeit beste öffentliche Bibliothek der Welt

Von außen erinnert das Gebäude an ein Schiff. Als würde es gleich in See stechen, schwingt sich die Holzfassade gen Himmel. Auch innen ist die neugebaute Stadtbibliothek Oodi im Zentrum Helsinkis etwas Besonderes: Der Besucher staunt schon beim Betreten der großzügigen und lichtdurchfluteten Eingangshalle. Hohe Glasfenster lassen viel Licht ins Innere. Eine große Wendeltreppe – kunstvoll gestaltet von Otto Karvonen – verbindet die drei Stockwerke miteinander.

Bücher finden die Besucher erst ganz oben im dritten Stock, dem sogenannten Bücherhimmel. Denn Oodi will mehr sein als ein Ort, an dem Bücher lagern – diese Bibliothek ist ein Ort, der zum Verweilen einlädt. Der die Besucherinnen auffordert, zu bleiben, noch ein weiteres Buch in die Hand zu nehmen, noch einen zweiten Kaffee auf der Außenterrasse zu genießen.

»In Zukunft werden Bibliotheken eher ein Treffpunkt für alle sein, die ihren Horizont durch Wissen und Erfahrung erweitern wollen«, sagt Martin Brøchner-Mortensen von der Systematic Group, die an der Vergabe des Bibliothekspreises beteiligt ist. Oodi macht vor, wie so eine Bibliothek aussehen kann. Dafür wurde sie nun mit dem Preis für die beste öffentliche Bibliothek 2019 ausgezeichnet.

Zeitweise gab es sogar die Idee, in die Bibliothek eine Sauna zu bauen. Das wurde allerdings aus Platzgründen wieder verworfen. Schließlich sollte Raum sein für die vielen Wünsche der Bevölkerung. Denn während der zehnjährigen Bauphase bat das Bauteam die Bürger Helsinkis, ihnen ihre Wünsche an eine Bibliothek mitzuteilen. Was sich die meisten der über 2300 Einsendungen wünschten, war: ein Ort zum Ausruhen, ein Platz zum Heimwerken, eine Möglichkeit zum Dialog, offen für alle. Sozusagen ein Wohnzimmer für die ganze Stadt, wie sich Oodi heute selbst beschreibt. »Wir arbeiten dafür, wirklich die Bibliothek der Menschen zu sein, an der Bürger beteiligt sind und sich selbst in die Aktivitäten einbringen können«, sagt Direktorin Anna-Maria Soininvaara. Auch der Name Oodi, das finnische Wort für Ode, geht auf einen Vorschlag der Bevölkerung Helsinkis zurück.

Für jeden ist hier etwas dabei: Wer ganz klassisch ein Buch ausleihen möchte, wird im Bücherhimmel fündig. Zum gemütlichen Schmökern laden die Leseoasen ein: Sitzgruppen mit Designerstühlen, umgeben von echten Bäumen, die in großen weißen Pflan

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