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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2019
Abschied von Gandhi
150 Jahre nach seiner Geburt herrschen in Indien Gewalt und Fanatismus
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 04.10.2019

Golineh Atai
Die Wahrheit ist der Feind
Rowohlt. 382 Seiten. 18 €

Die Autorin, 2014 als Journalistin des Jahres ausgezeichnet, beschäftigt sich mit dem Russland, das sich in der dritten Amtszeit Wladimir Putins gebildet hat. Mit seiner Rückkehr in den Kreml 2012 konsolidierte sich das antiwestliche, rechtsextreme und rechtskonservative Milieu. »Rotbraune« Links-Rechts-Nostalgiker streben eine Synthese von Zarenreich und Sowjetreich an. Kritik an Putins Politik wird als vom Ausland angestiftet verdächtigt. Die Meinungsfreiheit wird zunehmend eingeschränkt, Misstrauen und Ängstlichkeit greifen um sich. Das große Verdienst der Autorin besteht darin, dass sie die Entwicklung Russlands nicht nur kenntnisreich und anschaulich beschreibt, sondern in internationale Zusammenhänge stellt. Das Vokabular der russisch-amerikanisch-europäischen Rechtskonservativen ist ähnlich; ihr Hauptgegner ist die Globalisierung. Die Autorin rät, Putins »Kultur der Dialogverweigerung« Besuche von Bürgern und Schulklassen aus dem Westen entgegenzusetzen. Bürgerdiplomatie nennt sie es. Jürgen Israel

Walter Schaupp/
Paul Zahner (Hg.) unter Mitarbeit von Johann Platzer
Medizin und Menschenbild
Tyrolia. 244 Seiten. 25 €

Die Diskussion um Menschenbilder und ihre orientierende, aber auch verzerrende Wirkung hat im Gesundheitswesen eine unter Umständen Leben bewahrende oder bedrohende Bedeutung. Der vorliegende Sammelband verdankt sich einer Tagung zur Frage des Menschenbildes in der Medizin. Die überwiegend aus der katholischen Tradition stammenden Beiträge bieten ein großes Themenspektrum: Schmerz, Bewusstsein, Sterblichkeit, Spiritualität, Robotik und Management. Verbunden sind sie mit grundlegenden Reflexionen über die Conditio humana. Kontrastiert werden sie durch Bilder der Künstlerin Sabine Zraggen, die während des Symposiums als eigenständiger Impuls dienten. Diese Vielfalt regt an, sich selbst zu verorten. Für eine breitere gesellschaftliche Debatte bedürfte es einer fokussierteren Zusammenführung der Beiträge. Arne Manzeschke

Stefan Brunnhuber
Die offene Gesellschaft
Oekom. 176 Seiten. 20 €

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