Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2019
Abschied von Gandhi
150 Jahre nach seiner Geburt herrschen in Indien Gewalt und Fanatismus
Der Inhalt:

Vorgespräch: Vorlesen im grünen Gras?

von Markus Dobstadt vom 04.10.2019
Fragen an Daniel Schnock von der Stiftung Lesen zu den Aktionen beim bundesweiten Vorlesetag am 15. November – und zu Lesefreuden an ungewöhnlichen Orten

Publik-Forum: Herr Schnock, was passiert beim »Bundesweiten Vorlesetag«?

Daniel Schnock: Ganz einfach, wir rufen an diesem Tag dazu auf, in Kindertagesstätten oder Grundschulen vorzulesen. Oder an ungewöhnlichen Orten. Es gab schon Aktionen in Tropfsteinhöhlen, auf Friedhöfen oder im Wald. Wir wollen Begeisterung wecken. Viele Kinder kennen das gar nicht mehr, dass zu Hause vorgelesen wird.

Kann jeder vorlesen?

Schnock: Ja, aber es gibt ein paar Tipps, die man beherzigen kann: sich etwa in der Kita einen ruhigen Ort suchen, sich die Geschichte vorher angucken und schauen, ob sie zum Alter der Kinder passt; sich überlegen, an welchen Stellen man Pausen macht. Es gibt aber kein Richtig oder Falsch. Und es macht großen Spaß.

Sollte man mit den Kindern auch über die Geschichten sprechen?

Schnock: Ja, es geht nicht nur um einen sturen Vortrag. Zwischendurch Fragen zu stellen oder darauf einzugehen, wenn die Kinder etwas wissen wollen, ist wichtig. Kinder sind ein tolles Publikum, sie zeigen sofort ihre Begeisterung oder ihren Ärger.

Sie haben in diesem Jahr als Motto »Sport und Bewegung« gewählt. Wie ist das zu verstehen?

Schnock: Es gibt viele schöne Geschichten zum Sport. Die Kinder können sich vielleicht bei der Lesung auch mal bewegen oder nachher Fußball spielen. Und sie können durch die Geschichten lernen, indem sie sich in die gegnerische Mannschaft hineinversetzen, dass beim Sport nicht nur die eigene Leistung zählt.

Warum ist Vorlesen und Lesen wichtig?

Schnock: Vorlesen stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kindern. Wir raten, jeden Tag 15 Minuten vorzulesen. Bei Kindern stärkt es die Motivation, selbst zu lesen, und sie nehmen unbewusst Wortschatz, Satz- und Handlungsstrukturen auf.

Beim Vorlesetag wird auch Erwachsenen vorgelesen?

Schnock: Ja, zum Beispiel in Seniorenheimen. Schüler lesen dort und kommen anschließend mit den Bewohnern ins Gespräch. Es gibt auch Lesungen in schönem Ambiente, etwa in Kirchen.

Wie kommt es, dass 6,2 Millionen Menschen in Deutschland nicht richtig lesen können?

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen