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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2011
Auf Leben und Tod
Streit um die Organspende
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Wer keine Liebe spürt ...

von Paul Oestreicher vom 26.08.2011
Krawalle in England: Warum ein Funke genügte, um einen Flächenbrand zu entfachen. Längst ist er nicht gelöscht
Krawalle in England: Die Regierung sieht auch jetzt keinen Anlass, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen  (Foto: pa/Okten)
Krawalle in England: Die Regierung sieht auch jetzt keinen Anlass, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen (Foto: pa/Okten)

Nick Clegg, jetzt Minister in der Koalitions-Regierung Camerons, hat als Liberaler im Wahlkampf vor kommenden Krawallen gewarnt. Die Wirtschaftspolitik der Konservativen würde katastrophale Folgen haben. Und so kam es auch. Clegg will es jetzt aber plötzlich nicht mehr gesagt haben, denn er sitzt unerwartet mit in der Verantwortung.

Nicht er aber gibt den Ton an, sondern sein konservativer Koalitionär Cameron, der nichts wissen will von der Verantwortung der Politiker für den Missmut in weiten Kreisen der Bevölkerung. Aber letztlich haben sich alle Parteien der Allmacht des freien Marktes gebeugt, auch die Labourparty Tony Blairs, die das Land in den Irak-Krieg stürzte und die Weichen gestellt hat für die Festigung der schon lange bestehenden Klassengesellschaft.

Folgen der marktradikalen Revolution

Seit der Zeit Margaret Thatchers mit ihrer marktradikalen Revolution werden hierzulande die Reichen reicher und die Armen ärmer. Cameron führt diese Tradition fort. Er spricht von der »großen Gesellschaft«, die das marode Land erneuern soll. Er meint in Wahrheit den Rückzug von der Verantwortung der Regierung für soziale Gerechtigkeit. Das erhoffte »geheilte Land« soll durch Privatinitiativen erneuert werden, ein konservativer Wunschtraum.

Mit dem geht die weltweite Finanzkrise einher. Ausgelöst durch die verbrecherische, habsüchtige Welt der Banken hat sich all das radikal verschärft. Geld sparen heißt nun Sozialleistungen kürzen. Die virtuelle Welt der Börse entscheidet, was übrig bleibt für die Schwächsten. Da kommt der Jesaja-Text in den Sinn: Weh denen, die sich ein Haus neben dem anderen anschaffen und einen Acker an den anderen rücken, bis kein Raum mehr da ist und sie allein das Land besitzen« (Jesaja 5, 8).

Jeder fünfte o

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