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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2014
Wie kommt Gott ins Gehirn?
Die Erkenntnisse der Wissenschaft
Der Inhalt:

Norbert Coprays gesammelte Werke (2)

von Norbert Copray vom 20.07.2014
»Agape«: Werner J. Patzelt und Gerline Back plädieren für eine ökumenische Liturgie, die mit und ohne Pfarrer gefeiert werden kann. Sie bringt wieder Leben ins christliche Leben. Das Buch des Monats, besprochen von Norbert Copray
Die Vielfalt christlicher Liturgie: Norbert Copray bespricht das Buch "Agape" von Werner J. Patzelt und Gerlinde Back. (Foto: luxuz::./photocase.de)
Die Vielfalt christlicher Liturgie: Norbert Copray bespricht das Buch "Agape" von Werner J. Patzelt und Gerlinde Back. (Foto: luxuz::./photocase.de)

Wer die priester- und pfarrerfixierten Kirchen überwinden will, wer die christliche Gemeinschaft durch das Mitwirken aller auf ein breiteres Fundament stellen will, wer einen wahrhaft ökumenischen Geist verwirklichen will, der muss auch die einseitige Fixierung des Gemeindelebens auf das Abendmahl (evangelisch) oder die Eucharistiefeier (katholisch und orthodox) durchbrechen. Besser wäre es, eine Vielfalt christlicher Versammlungen zu leben, ohne dass die eine Form die andere abwertet oder in Konkurrenz zueinander bringt.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 13/2014 vom 11.07.2014, Seite 54
Wie kommt Gott ins Gehirn?
Wie kommt Gott ins Gehirn?
Die Erkenntnisse der Wissenschaft

Diesem Grundgedanken ist das Buch »Agape« von Werner J. Patzelt und Gerlinde Back verpflichtet. Das Autorenpaar will »Sinn und Form einer ökumenischen Laienliturgie« bekannter machen und für die Praxis in den Gemeinden und andernorts erschließen. In einer Zeit zunehmender Priesterlosigkeit von Gemeinden, der Entstehung von Mega-Pfarreien und wachsender Distanz der Öffentlichkeit zu christlichen Gemeinschaftsvollzügen ist es ein bereichernder Anstoß, die »Agape« ins christliche Bewusstsein zu rücken.

Agape meint ursprünglich die liebevolle und uneigennützige Zuwendung sowie das frühchristliche Gast- und Liebesmahl der Gemeinde. Nicht von ungefähr schreiben hier ein Politikwissenschaftler und eine Sozialpädagogin. Sie zeigen die Bedeutung des allgemeinen Priestertums aller Getauften auf: durch eine »Laienliturgie«, die nicht von kirchlich eingesetzten Priestern oder Pfarrern geleitet wird, sondern von jedermann unter den Christen. »In Agapefeiern bestärken einander die Glaubenden, auch wenn sie verschiedenen Konfessionen angehören, und über die in umsichtiger Weise vollzogene Agape haben Christen gute Möglichkeiten, suchende Intellektuelle und auf Orientierung ausgehende Tatmenschen an ihren Glauben heranzuführen«, schreiben die Autoren zur »Zukunft der Apapefeier«.

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Dogmatische und kirchenrechtliche Probleme können hier nicht auftreten. Doch es fehlt eine ausgearbeitete »Theologie der Agape«. Hierzu bieten die Autoren einen historischen Abriss zur Agape mit einem guten Überblick über die Entwicklungen der Agapefeiern und ihre theologischen Aspekte, die wohl ursprünglich zusammen mit dem Abendmahl entstanden sind (Publik-Forum 12/2014). Bisweilen wiederholen sich im Buchverlauf einige Aussagen oder es kommt zu Satzgirlanden, was aber dem Buch nichts nimmt.

Nach der inhaltlichen, auf Bedeutung, Einordnung, Abgrenzung und Begründung der Agape zielenden Darstellung helfen die ausführlichen praktischen Hinweise und Beispiele bei der Durchführung. Die ökumenische Action 365, die das Buch herausgibt und dessen Autoren dort Vorstandsmitglieder sind, gestaltete eine Agapefeier im Jahr 2010 mit großer Anteilnahme auf dem Ökumenischen Kirchentag in München. Sie will eine jahrzehntelange Erfahrung mit Agapefeiern geistlich und praktisch weitergeben. Auf dass in Gemeinden und Gesprächsgruppen viel mehr Agapefeiern die Vielfalt christlich-ökumenischen Lebens verdeutlichen.

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