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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2020
»Die Zeit läuft uns weg«
Ein Gespräch mit Georg Bätzing
Der Inhalt:

Mehr Empathie - auch nach dem Lockdown?

von Michael Schrom vom 01.06.2020
Führt die Krise zu mehr Mitmenschlichkeit? Zu hoffen wäre es, doch ein Automatismus ist es nicht
Was ist wirklich wichtig? Die Coronakrise als Chance für mehr Empathie (Illustration: istockphoto/Nuthawut Somsuk)
Was ist wirklich wichtig? Die Coronakrise als Chance für mehr Empathie (Illustration: istockphoto/Nuthawut Somsuk)

Danke für euren Dienst!« Die ersten Wochen der Corona-Krise haben mehr gesellschaftliches Bewusstsein für Altenpfleger, Kassiererinnen, Krankenhauspersonal und Lehrer geschaffen als alle Imagekampagnen und Streiks der vergangenen Jahre. Im harten Lockdown paarte sich Hilfsbereitschaft mit Dankbarkeit. Es geschah etwas nie Dagewesenes. Die Gesellschaft drosselte ihr Tempo (zumindest im analogen Bereich) fast bis zum kompletten Stillstand. Nicht aufgrund eines Krieges (ohnehin eine fragwürdige Metapher), sondern in Form eines kollektiven politischen Handelns. In dieser Atempause tauchten existenzielle Fragen auf: Was ist wirklich wichtig? Muss es so weitergehen wie bisher? Gibt es eine Möglichkeit, die Welt zum Besseren zu verändern?

Umfragen aus jüngster Zeit zeigen eine erstaunliche Veränderungsbereitschaft: 40 Prozent der Befragten sagten, dass ihnen gesunde Lebensmittel wegen des Virus wichtiger geworden sind, und dass sie verstärkt regional einkaufen wollen. 25 Prozent gaben an, auf Flugreisen verzichten zu wollen. Und fast alle waren sich einig, dass Arbeit im Care-Bereich besser entlohnt werden muss. Die Angst vor dem Virus, vor dem »alle gleich« waren, und ein Lockdown, der ausnahmslos alle betraf, haben die Chance auf einen Paradigmenwechsel eröffnet. »Lasst uns die Moderne neu erfinden!«, rief der Soziologe Hartmut Rosa.

Kaum waren der erste Schrecken überwunden und die strengen Auflagen gelockert, zeigten sich die Beharrungskräfte in neuer Stärke. Der Verzicht zugunsten des Gemeinwohls ist der alten Logik des Überbietens gewichen. Das »Wiederhochfahren« kann nicht schnell genug gehen. Es begann mit den ohnehin schon Privilegierten. Sonderregelungen für Fußball-Profis sind beschlossene Sache,

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