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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2013
Unser Papst?
Der Inhalt:
von Thomas Seiterich vom 22.03.2013
Papst Franziskus ist umstritten. Vielen Europäern wird er fremd sein. Denn die Welt der Armen kennen sie nicht. Ein Porträt Jorge Mario Bergoglios von Thomas Seiterich
Ein Papst badet in der Menge: Franziskus hat alles andere als Berühungsängste. Weich ist er deshalb noch lange nicht. Es wird ihm eine starke Persönlichkeit nachgesagt - und klare Kante in ethischen und theologischen Fragen. Sein Profil gefällt nicht jedem, am wenigsten den erzkonservativen Elitären. Aber auch nicht jeder Reformgeist fühlt sich von Franziskus repräsentiert. (Foto: pa/Giagnori)
Ein Papst badet in der Menge: Franziskus hat alles andere als Berühungsängste. Weich ist er deshalb noch lange nicht. Es wird ihm eine starke Persönlichkeit nachgesagt - und klare Kante in ethischen und theologischen Fragen. Sein Profil gefällt nicht jedem, am wenigsten den erzkonservativen Elitären. Aber auch nicht jeder Reformgeist fühlt sich von Franziskus repräsentiert. (Foto: pa/Giagnori)

Papst Franziskus gilt in seiner Heimat Argentinien als ein überzeugender, jedoch notfalls beinharter Kirchenmann, der nicht viele Worte macht. Außer wenn er predigt. Dann spricht der schmale 76-jährige Jesuitenpater Jorge Mario Bergoglio gern politischen Klartext. »Eine Globalisierung ohne Solidarität wirkt sich negativ auf die ärmsten Schichten aus«, sagt er 2007 zu den im Wallfahrtsort Aparecida versammelten Bischöfen aus ganz Lateinamerika. So spricht kein Rechter. Bergoglio fährt fort: »Dabei geht es nicht allein um Unterdrückung und Ausbeutung, sondern um etwas Neues, um den gesellschaftlichen Ausschluss. Durch ihn wird die Zugehörigkeit zur Gesellschaft, in der jemand lebt, untergraben. Denn man lebt nicht bloß unten oder am Rand ohne Einfluss, sondern man steht draußen. Die Ausgeschlossenen sind nicht nur Ausgebeutete. Schlimmer: Sie sind Überflüssig-Gemachte, sie gelten als menschlicher Abfall.«

Kämpfen, damit die Armen und die Schwachen nicht zu Sachen degradiert werden. Widerstand leisten gegen den inhumanen Ausschluss aus der Gesellschaft: Bergoglio hat als Kardinal-Erzbischof der 13-Millionen-Metropole Buenos Aires mit Macht diesen Widerstandsgedanken gegen den ungezügelten, neoliberalen Kapitalismus auch in das wichtige Schlussdokument des Kontinentalkonzils von Aparecida hineingedrückt. Diese Aussage wurde so im Mai 2007 zum Bestandteil des offiziellen Kurses der katholischen Kirche in ganz Lateinamerika.

Der erste Papst aus der Dritten Welt lebte bislang nicht

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