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Von Einheimischen und Zweiheimischen

Warum man sich als Muslima für Weihnachtsschmuck aus dem Erzgebirge begeistern kann. Ein Plädoyer für den Doppelpass
von Tilman Vogt vom 22.03.2013
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In welcher Sprache träumst du? Manche glauben, aus der Antwort schließen zu können, in welcher Kultur man verwurzelt ist. Vielleicht sind jedoch spontane Äußerungen aussagekräftiger: Die braunhaarige Jurastudentin Nüket Celebi schwenkt einen Teebeutel über der Tasse. Als das Säckchen plötzlich außer Kontrolle gerät und auf dem Boden landet, entfährt ihr ein bestürztes »Oh je!« Klarer Fall von deutscher Kinderstube. Möchte man meinen. Die Eltern der 22-jährigen Sinsheimerin stammen aus der Türkei, sie selbst hat ihre türkische Staatsangehörigkeit vor einem Jahr aufgegeben, um die deutsche zu erhalten. Aufgeben müssen, wie sie betont. Denn eine doppelte Staatsbürgerschaft bleibt ihr verwehrt. Die meisten Einwandererkinder können mit diesem rigiden Verständnis nationaler Zugehörigkeit nichts anfangen. An ihrer vielschichtigen Identität zielt es vollkommen vorbei.

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